Sorbus domestica
Speierling
Volksnamen: Sperberbaum, Spierling
Foto: Christoph Wagener · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Der Speierling ist ein seltener, sehr langlebiger heimischer Baum, dessen kleine apfel- oder birnenförmige Früchte erst teigig-überreif genießbar werden. Traditionell wird er dem Apfelwein zugesetzt, um ihn haltbarer und gerbstoffreicher zu machen. Als Baum des Jahres 1993 ist er ein wertvolles Stück Kulturlandschaft.
Pflegehinweise
Pflanze den Speierling an einen vollsonnigen, warmen Platz mit tiefgründigem, kalkhaltigem Boden — er liebt Wärme und verträgt Trockenheit gut. Gieße nur junge Bäume in den ersten Standjahren. Schneide möglichst wenig, nur zur Kronenerziehung im Spätwinter. Ernte die Früchte im September und Oktober und lasse sie teigig nachreifen, bevor du sie verarbeitest. Geduld lohnt sich — der Baum trägt erst nach vielen Jahren.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, tonig, durchlässig, kalkliebend, nährstoffreich
Gib dem Speierling einen tiefgründigen, gut durchlässigen und gern kalkhaltigen Boden — er liebt basenreiche bis schwach alkalische Verhältnisse und kommt auf Lehm-, Ton- und sogar steinigen Standorten zurecht, solange keine Staunässe entsteht. Stark saure, dauerfeuchte Böden meidest du: Nässe ist für ihn tödlich, auf sandig-saurem Substrat vergreist er schnell.
Düngung
Mittelzehrer
Verteile im Frühjahr (März bis April) reifen Kompost auf der Baumscheibe und arbeite ihn flach ein, ergänzt durch etwas Hornspäne in der oberen Bodenschicht. Düng eher sparsam — zu viel Stickstoff fördert weiches Triebwachstum und schwächt die Robustheit. Jungbäume profitieren in den ersten Jahren von dieser Frühjahrsgabe; etablierte Bäume auf guten Standorten kommen oft ganz ohne zusätzliche Düngung aus.
Schnitt
Den Speierling schneidest du kaum — er verträgt regelmäßigen Schnitt nicht besonders gut. Lichte nur an einem frostfreien Tag im Spätwinter (Februar–März, KW 6–13) vergreiste, tote oder sich reibende Äste aus.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Krankheiten & Schädlinge
1 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Feuerbrand
Erwinia amylovora
Feuerbrand ist eine hochansteckende Bakterienkrankheit an Kernobst und verwandten Rosengewächsen — und in vielen Bundesländern meldepflichtig. Befallene Triebspitzen welken, verfärben sich braun-schwarz und biegen sich hakenförmig zum Hirtenstab; bei feuchter Wärme treten milchige Schleimtröpfchen aus, die das Bakterium weiterverbreiten. Unbehandelt kann ein Baum innerhalb einer Saison absterben.
Vorbeugen
Schneide befallene Triebe großzügig bis weit ins gesunde Holz zurück (mindestens 30–50 cm) und desinfiziere die Schere nach jedem Schnitt. Entsorge das Schnittgut über den Hausmüll oder verbrenne es — niemals kompostieren. Verzichte auf starke Stickstoffgaben, die weichen Neutrieb fördern, und melde Verdachtsfälle dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslands.
Erfahrungen aus echten Gärten
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