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Süßkirsche ‚Büttners Rote Knorpelkirsche’

Sortenpass

Süßkirsche ‚Büttners Rote Knorpelkirsche’

Prunus avium · Rosaceae

Reifezeit
mittel
Wuchsstärke
stark

Über diese Sorte

Büttners Rote Knorpelkirsche ist eine sehr alte deutsche Sorte mit hellroter bis gelb-roter, fester Frucht — eine der klassischen gelbroten Knorpelkirschen. Der Baum wächst stark und wird groß, ideal als Hochstamm für die Streuobstwiese. Sie reift Ende Juni, ist selbstunfruchtbar und braucht einen Befruchter wie *'Hedelfinger Riesenkirsche'*. Die helle Schale macht sie für Vögel weniger auffällig als dunkle Sorten.

Festes, helles Knorpelfruchtfleisch mit mild-süßem Geschmack und wenig Säure. Eine bewährte alte Sorte zum Naschen, Einkochen und für Kirschwasser — und durch die helle Farbe ein hübscher Kontrast im Korb.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Die Süßkirsche will einen tiefgründigen, lockeren und humosen Boden, gern lehmig-sandig und gut durchlässig — kalkhaltige Böden verträgt sie sogar gut. Staunässe und schwere, verdichtete Tonböden meidest du unbedingt, denn dort drohen Gummifluss und Wurzelschäden.

Düngung

Mittelzehrer

Dünge im zeitigen Frühjahr (Ende März bis Anfang April, vor der Blüte): Kompost auf die Baumscheibe geben und mit Hornspänen flach einarbeiten. Auf leichten Sandböden lieber etwas später, auf schweren Lehmböden früher. Eine zweite, leichte organische Gabe Ende Mai bis Anfang Juni unterstützt Fruchtansatz und Triebabschluss. Ab Juli nicht mehr stickstoffbetont düngen, sonst reift das Holz nicht rechtzeitig ab und die Frosthärte sinkt.

Schnitt

MonateJul–Aug
SaisonSommer (nach der Ernte)
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide die Süßkirsche im Sommer direkt nach der Ernte (Juli bis August) bei trockenem Wetter – dann heilen die Wunden schnell. Meide den Winterschnitt in der Saftruhe, weil offene Schnittstellen sonst Krankheiten und Gummifluss begünstigen.

Krankheiten & Schädlinge

5 relevant

Aus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.

SchädlingmittelApr–Aug

Blattläuse

Aphidoidea

Blattläuse sind die häufigsten Saugschädlinge im Garten. Sie sitzen in dichten Kolonien an weichen Triebspitzen, saugen Pflanzensaft und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich schwarzer Rußtau ansiedelt. Stark befallene Triebe verkrüppeln, außerdem übertragen Läuse Viren.

Vorbeugen

Fördere Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen mit blühenden Randstreifen — sie halten Läuse meist in Schach. Spritze kleine Herde einfach mit Wasser ab oder zerdrücke sie. Verzichte auf Überdüngung mit Stickstoff, denn weiches Wuchsgewebe lockt Läuse besonders an.

SchädlingmittelApr–Jun

Frostspanner (Kleiner Frostspanner)

Operophtera brumata

Der Kleine Frostspanner fällt im Frühjahr durch seine grünen, beim Kriechen „Katzenbuckel“-spannenden Raupen auf, die ab dem Austrieb Knospen, Blüten und junge Blätter durchlöchern und verspinnen. Die Weibchen sind flügellos und wandern im milden Spätherbst zu Fuß die Stämme hinauf, um an den Knospen ihre Eier abzulegen. Bei Massenvermehrung bleibt von jungen Trieben nur das Blattgerippe.

Vorbeugen

Lege ab Ende September Leimringe um Stamm und Pfahl, um die hochwandernden Weibchen vor der Eiablage abzufangen, und erneuere den Leim bei Verschmutzung über den ganzen Herbst. Fördere Meisen mit Nistkästen — eine Brut vertilgt Tausende Raupen — und schüttle bei beginnendem Fraß die Raupen morgens auf eine ausgebreitete Plane; bei starkem Befall hilft eine Bacillus-thuringiensis-Spritzung gegen die jungen Raupen.

SchädlinghochMai–Jul

Kirschfruchtfliege

Rhagoletis cerasi

Die Kirschfruchtfliege legt ihre Eier ab Mitte Mai in gerade gelb werdende Süßkirschen; die geschlüpfte Made frisst im Fruchtfleisch und macht die Kirsche madig und faul. Betroffen sind vor allem mittel- bis spätreifende Sorten — sehr frühe Sorten entkommen dem Flug oft. Die Fliege erkennt die Reifefarbe, weshalb gelbe Klebefallen sie anlocken.

Vorbeugen

Hänge ab Anfang Mai gelbe Leimtafeln in die Krone, um den Flugbeginn zu erkennen, und pflanze bevorzugt frühreifende Sorten, die der Eiablage entkommen. Lockere den Boden unter dem Baum nicht auf, sondern decke ihn zur Flugzeit mit engem Netz oder Vlies ab, damit geschlüpfte Fliegen nicht aufsteigen — und ernte zügig und vollständig ab, damit keine Maden in den Boden zur Überwinterung gelangen.

KrankheithochJul–Okt

Monilia-Fruchtfäule

Monilia fructigena

Die Monilia-Fruchtfäule lässt reifende Früchte an Baum und Lager braun verfaulen. Auf den faulen Stellen bilden sich kreisförmig angeordnete, polsterartige Sporenlager. Der Pilz dringt fast nur durch Verletzungen ein — Wespenfraß, Hagel oder Schorfrisse sind die typischen Eintrittspforten. Die vertrockneten Fruchtmumien am Baum sind die Infektionsquelle fürs nächste Jahr.

Vorbeugen

Pflücke faulende Früchte sofort ab und sammle alle Fruchtmumien im Winter konsequent vom Baum und Boden — das ist die wirksamste Maßnahme. Halte Schorf und Wespen in Schach, da deren Wunden den Pilz erst eintreten lassen. Lagere nur unverletzte Früchte kühl ein und kontrolliere das Lager regelmäßig.

KrankheithochMär–Mai

Monilia-Spitzendürre

Monilia laxa

Die Monilia-Spitzendürre infiziert Steinobst über die offene Blüte und wandert von dort in den Trieb. Befallene Blüten und Triebspitzen welken schlagartig und vertrocknen braun, als hätte sie Frost erwischt — daher die Verwechslung. Besonders Sauerkirschen wie die ‚Schattenmorelle’ sind anfällig, wenn es zur Blüte nasskalt ist.

Vorbeugen

Schneide befallene Triebe rasch bis etwa 15 cm ins gesunde Holz zurück und entsorge sie über den Restmüll. Wähle weniger anfällige Sorten und sorge durch Auslichtungsschnitt für eine luftige, schnell abtrocknende Krone. Bei Dauerregen zur Blüte hilft eine vorbeugende Behandlung mit Tonerde- oder Schachtelhalmpräparaten.