Prunus domestica
Pflaume
Volksnamen: Zwetschge, Hauspflaume
Foto: YAMAMAYA · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Pflaume ist ein dankbarer Hausgarten-Baum, der dir ab August körbeweise süße Früchte schenkt. Robuste Sorten wie die *'Hauszwetschge'* tragen zuverlässig und eignen sich für Kuchen, Mus und zum frisch Naschen. Viele Sorten sind selbstfruchtbar, ein zweiter Baum steigert den Ertrag aber spürbar.
Pflegehinweise
Pflanze sie im Herbst (Oktober · KW 42) oder zeitigen Frühjahr an einen sonnigen, windgeschützten Platz mit nährstoffreichem Boden. Schneide nur sparsam und am besten im Sommer nach der Ernte, weil Pflaumen frische Winterschnitte schlecht verschließen und dann zu Gummifluss neigen. Mulche die Baumscheibe und gieße in der ersten Standjahren bei Trockenheit durchdringend.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, feucht, nährstoffreich
Die Pflaume mag einen leicht lehmig-humosen, gut durchlässigen Boden ohne Staunässe – ein pH von 6 bis 7 (ideal um 6,5) passt ihr gut, und auch leicht kalkhaltige Böden verträgt sie. Halte den Standort gleichmäßig frisch; sehr trockene oder verdichtete Stellen drücken den Ertrag spürbar.
Düngung
Mittelzehrer
Im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb bringst du reifen Kompost und Hornspäne flach unter der Baumscheibe ein – die Hornspäne geben den Stickstoff langsam ab. Gut verrotteter Stallmist ist als organische Alternative ebenfalls geeignet. Nach Mitte Sommer gibst du keinen Stickstoff mehr, damit die Triebe rechtzeitig ausreifen; im Herbst darf es eher kaliumbetont sein (z. B. kaliumreicher Kompost) für die Holzreife und Winterhärte.
Schnitt
Schneide deine Pflaume als Steinobst im Sommer direkt nach der Ernte bei trockenem Wetter – je nach Sorte Juli bis spätestens Anfang September (KW 36), damit die Wunden vor dem Frost gut verheilen. Vermeide den Winter-/Frühjahrsschnitt: die offenen Wunden in der Saftruhe heilen schlecht und sind anfälliger für Krankheiten.
Krankheiten & Schädlinge
3 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Frostspanner (Kleiner Frostspanner)
Operophtera brumata
Der Kleine Frostspanner fällt im Frühjahr durch seine grünen, beim Kriechen „Katzenbuckel“-spannenden Raupen auf, die ab dem Austrieb Knospen, Blüten und junge Blätter durchlöchern und verspinnen. Die Weibchen sind flügellos und wandern im milden Spätherbst zu Fuß die Stämme hinauf, um an den Knospen ihre Eier abzulegen. Bei Massenvermehrung bleibt von jungen Trieben nur das Blattgerippe.
Vorbeugen
Lege ab Ende September Leimringe um Stamm und Pfahl, um die hochwandernden Weibchen vor der Eiablage abzufangen, und erneuere den Leim bei Verschmutzung über den ganzen Herbst. Fördere Meisen mit Nistkästen — eine Brut vertilgt Tausende Raupen — und schüttle bei beginnendem Fraß die Raupen morgens auf eine ausgebreitete Plane; bei starkem Befall hilft eine Bacillus-thuringiensis-Spritzung gegen die jungen Raupen.
Monilia-Fruchtfäule
Monilia fructigena
Die Monilia-Fruchtfäule lässt reifende Früchte an Baum und Lager braun verfaulen. Auf den faulen Stellen bilden sich kreisförmig angeordnete, polsterartige Sporenlager. Der Pilz dringt fast nur durch Verletzungen ein — Wespenfraß, Hagel oder Schorfrisse sind die typischen Eintrittspforten. Die vertrockneten Fruchtmumien am Baum sind die Infektionsquelle fürs nächste Jahr.
Vorbeugen
Pflücke faulende Früchte sofort ab und sammle alle Fruchtmumien im Winter konsequent vom Baum und Boden — das ist die wirksamste Maßnahme. Halte Schorf und Wespen in Schach, da deren Wunden den Pilz erst eintreten lassen. Lagere nur unverletzte Früchte kühl ein und kontrolliere das Lager regelmäßig.
Pflaumenwickler
Grapholita funebrana
Der Pflaumenwickler ist das Pendant zum Apfelwickler an Steinobst: Der Falter legt ab Juni Eier an junge Früchte, die Raupe bohrt sich zum Stein durch und löst Gummifluss sowie vorzeitige, „falsche“ Reife mit Fruchtfall aus. Aufgeschnittene Früchte zeigen die rötliche Raupe und einen kotgefüllten Gang. Bei warmem Spätsommer folgt eine schädlichere zweite Generation im August.
Vorbeugen
Hänge ab Anfang Juni Pheromonfallen zur Flugkontrolle auf und lege Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm, in denen sich die Raupen verpuppen — regelmäßig kontrollieren und entsorgen. Sammle befallenes Fallobst täglich auf, bürste lose Altborke ab und fördere Meisen und Ohrwürmer als natürliche Gegenspieler; bei starkem Druck hilft das Granulosevirus-Präparat (Cydia-pomonella-Granulovirus) nach Pheromon-Warnung.
Sorten
8 Sorten‚Anna Späth’
Eine späte, selbstfruchtbare Pflaume mit großen, dunkelblauen Früchten, die erst ab Ende September reifen — wenn die meisten anderen Sorten längst abgeerntet sind. Sie trägt reich und ist ein guter Befruchter für andere Spätsorten. Etwas früher gepflückt hält sie sich sogar einige Tage und schließt die Pflaumensaison im Garten ab.
Saftiges, süß-säuerliches Fruchtfleisch mit kräftigem Aroma. Als späte Sorte willkommen für Kuchen, Kompott und das letzte frische Naschen des Jahres.
‚Auerbacher’
Eine robuste, selbstfruchtbare Hauspflaume mit mittelgroßen, blauen Früchten und feiner Bereifung. Sie reift im September und trägt zuverlässig, auch ohne Befruchterbaum in der Nähe. Eine gute Wahl für den pflegeleichten Garten, die sowohl frisch als auch eingemacht überzeugt.
Süß-aromatisches, saftiges Fruchtfleisch, das sich gut vom Stein löst. Vielseitig in der Küche — ob für Zwetschgenkuchen, Kompott oder einen klaren Brand.
‚Graf Althans Reneklode’
Eine der edelsten Renekloden mit großen, rotvioletten Früchten und besonders feinem Aroma. Sie ist selbstunfruchtbar und braucht einen Befruchter wie *'Königin Victoria'* oder die *'Große Grüne Reneklode'*. Der Baum wächst stark und liebt einen warmen, geschützten Standort — gegenüber Scharka ist die Sorte allerdings empfindlich.
Sehr süßes, schmelzendes Fruchtfleisch mit edlem, vollem Renekloden-Aroma. Eine Delikatesse für den frischen Genuss und für feines Eingemachtes.
‚Große Grüne Reneklode’
Die klassische grüne Reneklode und Inbegriff der edlen Renekloden — kleine bis mittelgroße, grüngelbe Früchte mit unvergleichlichem Aroma. Sie ist selbstunfruchtbar und braucht einen Befruchter wie *'Königin Victoria'* oder die *'Graf Althans Reneklode'*. Der Baum verlangt Wärme und einen geschützten Platz, dankt es dir aber mit Früchten von höchster Güte.
Honigsüßes, fast cremiges Fruchtfleisch mit dem typischen, intensiven Reneklodenaroma. Für viele die beste Tafelpflaume überhaupt — frisch ein Genuss, eingekocht ein Schatz.
‚Königin Victoria’
Eine alte englische Liebhabersorte mit großen, ovalen Früchten in warmem Gelbrot mit roter Backe. Sie ist selbstfruchtbar und ein guter Befruchter für andere Pflaumen, dankt dir aber einen sonnig-warmen Standort mit besonders schönem Geschmack. Gegenüber Scharka ist sie eher empfindlich — pflanze sie nicht neben kränkelnde Bäume.
Süß-aromatisches, saftiges Fruchtfleisch mit feiner Säurebalance. Eine klassische Tafelpflaume, die sich auch zu Marmelade und Saft hervorragend verarbeiten lässt.
‚Ontariopflaume’
Eine alte, selbstfruchtbare Sorte mit großen, runden bis ovalen, grüngelben Früchten. Sie reift im Hochsommer und ist als guter Pollenspender beliebt. Der Baum trägt reich und früh, ist gegenüber Scharka aber empfindlich — wähle einen luftigen, sonnigen Standort und halte ihn gesund.
Süßes, saftig-würziges Fruchtfleisch, das sich leicht vom Stein löst. Eine vielseitige Frucht für den frischen Genuss ebenso wie für Kompott und Marmelade.
‚Ruth Gerstetter’
Die wohl früheste blaue Pflaume im Garten — schon Mitte bis Ende Juli reif, lange bevor die meisten anderen Sorten beginnen. Sie ist selbstunfruchtbar und braucht eine andere, gleichzeitig blühende Sorte als Befruchter, etwa *'The Czar'* oder *'Königin Victoria'*. Lagern lässt sie sich kaum, also pflücke und genieße sie zeitnah.
Süßes, mildes und saftiges Fruchtfleisch mit zarter Haut. Als erste Pflaume des Jahres ein kleines Fest — frisch vom Baum am schönsten.
‚The Czar’
Diese frühe englische Pflaume liefert dir schon ab Anfang August blau bereifte, mittelgroße Früchte. Sie ist selbstfruchtbar, du brauchst also keinen zweiten Baum in der Nähe — und sie befruchtet als zuverlässiger Pollenspender auch andere Sorten gut. Der Baum trägt regelmäßig und früh, gilt aber als wenig lagerfähig: am besten frisch genießen oder gleich verarbeiten.
Saftiges, mild-säuerliches Fruchtfleisch mit erfrischender Note, eher dezent im Zucker. Frisch vom Baum am besten; im Kuchen und Kompott bringt sie eine angenehme Frische.
Erfahrungen aus echten Gärten
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