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Pflaume ‚Ruth Gerstetter’

Sortenpass

Pflaume ‚Ruth Gerstetter’

Prunus domestica · Rosaceae

Reifezeit
früh
Wuchsstärke
mittel

Über diese Sorte

Die wohl früheste blaue Pflaume im Garten — schon Mitte bis Ende Juli reif, lange bevor die meisten anderen Sorten beginnen. Sie ist selbstunfruchtbar und braucht eine andere, gleichzeitig blühende Sorte als Befruchter, etwa *'The Czar'* oder *'Königin Victoria'*. Lagern lässt sie sich kaum, also pflücke und genieße sie zeitnah.

Süßes, mildes und saftiges Fruchtfleisch mit zarter Haut. Als erste Pflaume des Jahres ein kleines Fest — frisch vom Baum am schönsten.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–78.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, feucht, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Die Pflaume mag einen leicht lehmig-humosen, gut durchlässigen Boden ohne Staunässe – ein pH von 6 bis 7 (ideal um 6,5) passt ihr gut, und auch leicht kalkhaltige Böden verträgt sie. Halte den Standort gleichmäßig frisch; sehr trockene oder verdichtete Stellen drücken den Ertrag spürbar.

Düngung

Mittelzehrer

Im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb bringst du reifen Kompost und Hornspäne flach unter der Baumscheibe ein – die Hornspäne geben den Stickstoff langsam ab. Gut verrotteter Stallmist ist als organische Alternative ebenfalls geeignet. Nach Mitte Sommer gibst du keinen Stickstoff mehr, damit die Triebe rechtzeitig ausreifen; im Herbst darf es eher kaliumbetont sein (z. B. kaliumreicher Kompost) für die Holzreife und Winterhärte.

Schnitt

MonateJul–Sep
SaisonSommer (nach der Ernte)
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide deine Pflaume als Steinobst im Sommer direkt nach der Ernte bei trockenem Wetter – je nach Sorte Juli bis spätestens Anfang September (KW 36), damit die Wunden vor dem Frost gut verheilen. Vermeide den Winter-/Frühjahrsschnitt: die offenen Wunden in der Saftruhe heilen schlecht und sind anfälliger für Krankheiten.

Krankheiten & Schädlinge

3 relevant

Aus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.

SchädlingmittelApr–Jun

Frostspanner (Kleiner Frostspanner)

Operophtera brumata

Der Kleine Frostspanner fällt im Frühjahr durch seine grünen, beim Kriechen „Katzenbuckel“-spannenden Raupen auf, die ab dem Austrieb Knospen, Blüten und junge Blätter durchlöchern und verspinnen. Die Weibchen sind flügellos und wandern im milden Spätherbst zu Fuß die Stämme hinauf, um an den Knospen ihre Eier abzulegen. Bei Massenvermehrung bleibt von jungen Trieben nur das Blattgerippe.

Vorbeugen

Lege ab Ende September Leimringe um Stamm und Pfahl, um die hochwandernden Weibchen vor der Eiablage abzufangen, und erneuere den Leim bei Verschmutzung über den ganzen Herbst. Fördere Meisen mit Nistkästen — eine Brut vertilgt Tausende Raupen — und schüttle bei beginnendem Fraß die Raupen morgens auf eine ausgebreitete Plane; bei starkem Befall hilft eine Bacillus-thuringiensis-Spritzung gegen die jungen Raupen.

KrankheithochJul–Okt

Monilia-Fruchtfäule

Monilia fructigena

Die Monilia-Fruchtfäule lässt reifende Früchte an Baum und Lager braun verfaulen. Auf den faulen Stellen bilden sich kreisförmig angeordnete, polsterartige Sporenlager. Der Pilz dringt fast nur durch Verletzungen ein — Wespenfraß, Hagel oder Schorfrisse sind die typischen Eintrittspforten. Die vertrockneten Fruchtmumien am Baum sind die Infektionsquelle fürs nächste Jahr.

Vorbeugen

Pflücke faulende Früchte sofort ab und sammle alle Fruchtmumien im Winter konsequent vom Baum und Boden — das ist die wirksamste Maßnahme. Halte Schorf und Wespen in Schach, da deren Wunden den Pilz erst eintreten lassen. Lagere nur unverletzte Früchte kühl ein und kontrolliere das Lager regelmäßig.

SchädlinghochJun–Sep

Pflaumenwickler

Grapholita funebrana

Der Pflaumenwickler ist das Pendant zum Apfelwickler an Steinobst: Der Falter legt ab Juni Eier an junge Früchte, die Raupe bohrt sich zum Stein durch und löst Gummifluss sowie vorzeitige, „falsche“ Reife mit Fruchtfall aus. Aufgeschnittene Früchte zeigen die rötliche Raupe und einen kotgefüllten Gang. Bei warmem Spätsommer folgt eine schädlichere zweite Generation im August.

Vorbeugen

Hänge ab Anfang Juni Pheromonfallen zur Flugkontrolle auf und lege Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm, in denen sich die Raupen verpuppen — regelmäßig kontrollieren und entsorgen. Sammle befallenes Fallobst täglich auf, bürste lose Altborke ab und fördere Meisen und Ohrwürmer als natürliche Gegenspieler; bei starkem Druck hilft das Granulosevirus-Präparat (Cydia-pomonella-Granulovirus) nach Pheromon-Warnung.