Sortenpass
Mirabelle ‚Miragrande’
Prunus domestica subsp. syriaca · Rosaceae
Geschützte Sorte (Sortenschutz)
- Reifezeit
- mittel
- Wuchsstärke
- stark
Über diese Sorte
Miragrande ist die zweite scharka-tolerante Geisenheimer Mirabelle neben *'Bellamira'* und trägt ihren Namen zu Recht: Sie bildet besonders große Früchte, die fast schon an kleine Reneklauden erinnern. Sie ist selbstfruchtbar, wächst stark und reift mittelfrüh ab Anfang August (KW 32). Wer eine moderne, robuste Mirabelle mit großen Früchten sucht, ist hier richtig. Die Sorte ist sortenrechtlich geschützt.
Auffallend große, goldgelbe Früchte mit milder, runder Süße und saftigem Fruchtfleisch. Schön zum Frischessen und ergiebig in der Küche — aus wenigen Früchten wird viel Kompott oder Marmelade.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, feucht, nährstoffreich
Pflanz die Mirabelle in einen mittelschweren, humosen und gut durchlässigen Boden — lehmig-sandig ist ideal. Halte ihn frisch bis leicht feucht, Staunässe verträgt sie nicht; leicht kalkhaltige, neutrale Böden bis pH 7 sind günstig.
Düngung
Mittelzehrer
Verteil im zeitigen Frühjahr (März/April) reifen Kompost flach auf der Baumscheibe und harke ihn leicht ein. Bei schwachem Wuchs hilft eine kleine zweite Gabe organischen, stickstoffbetonten Materials (z. B. Hornspäne) Anfang Mai zur Unterstützung des Fruchtansatzes. Übertreib es nicht mit Stickstoff — zu viel Trieb geht auf Kosten der Fruchtqualität. Auf gut versorgtem Gartenboden reicht meist die eine Kompostgabe im Frühjahr.
Schnitt
Schneide deine Mirabelle im Sommer direkt nach der Ernte (August bis Anfang September, KW 32-36) bei trockenem Wetter, nicht im Winter. So heilen die Wunden bei vollem Saftstrom schnell und du vermeidest Gummifluss; halte dich an einen zurückhaltenden Erhaltungsschnitt, da sie auf mehrjährigem Fruchtholz trägt.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
1 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Pflaumenwickler
Grapholita funebrana
Der Pflaumenwickler ist das Pendant zum Apfelwickler an Steinobst: Der Falter legt ab Juni Eier an junge Früchte, die Raupe bohrt sich zum Stein durch und löst Gummifluss sowie vorzeitige, „falsche“ Reife mit Fruchtfall aus. Aufgeschnittene Früchte zeigen die rötliche Raupe und einen kotgefüllten Gang. Bei warmem Spätsommer folgt eine schädlichere zweite Generation im August.
Vorbeugen
Hänge ab Anfang Juni Pheromonfallen zur Flugkontrolle auf und lege Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm, in denen sich die Raupen verpuppen — regelmäßig kontrollieren und entsorgen. Sammle befallenes Fallobst täglich auf, bürste lose Altborke ab und fördere Meisen und Ohrwürmer als natürliche Gegenspieler; bei starkem Druck hilft das Granulosevirus-Präparat (Cydia-pomonella-Granulovirus) nach Pheromon-Warnung.
