Sortenpass
Mirabelle ‚Mirabelle von Nancy’
Prunus domestica subsp. syriaca · Rosaceae
- Reifezeit
- mittelspät
- Wuchsstärke
- mittel
Über diese Sorte
Die Mirabelle von Nancy ist die klassische, weithin bekannte Mirabelle und der Maßstab für süßen Mirabellengeschmack. Sie ist selbstfruchtbar, du brauchst also keinen zweiten Baum als Befruchter. Die kleinen, gelb bis rotbäckigen Früchte reifen ab Mitte August (KW 33) und lösen sich gut vom Stein. Für Scharka ist sie anfällig — pflanze sie an einen luftigen, sonnigen Standort.
Goldgelbes, saftiges Fruchtfleisch mit honigartiger Süße und feiner Würze. Frisch vom Baum ein Genuss, eingekocht zu Marmelade oder Kompott unschlagbar, und die Basis für edlen Mirabellenbrand.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, feucht, nährstoffreich
Pflanz die Mirabelle in einen mittelschweren, humosen und gut durchlässigen Boden — lehmig-sandig ist ideal. Halte ihn frisch bis leicht feucht, Staunässe verträgt sie nicht; leicht kalkhaltige, neutrale Böden bis pH 7 sind günstig.
Düngung
Mittelzehrer
Verteil im zeitigen Frühjahr (März/April) reifen Kompost flach auf der Baumscheibe und harke ihn leicht ein. Bei schwachem Wuchs hilft eine kleine zweite Gabe organischen, stickstoffbetonten Materials (z. B. Hornspäne) Anfang Mai zur Unterstützung des Fruchtansatzes. Übertreib es nicht mit Stickstoff — zu viel Trieb geht auf Kosten der Fruchtqualität. Auf gut versorgtem Gartenboden reicht meist die eine Kompostgabe im Frühjahr.
Schnitt
Schneide deine Mirabelle im Sommer direkt nach der Ernte (August bis Anfang September, KW 32-36) bei trockenem Wetter, nicht im Winter. So heilen die Wunden bei vollem Saftstrom schnell und du vermeidest Gummifluss; halte dich an einen zurückhaltenden Erhaltungsschnitt, da sie auf mehrjährigem Fruchtholz trägt.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
1 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Pflaumenwickler
Grapholita funebrana
Der Pflaumenwickler ist das Pendant zum Apfelwickler an Steinobst: Der Falter legt ab Juni Eier an junge Früchte, die Raupe bohrt sich zum Stein durch und löst Gummifluss sowie vorzeitige, „falsche“ Reife mit Fruchtfall aus. Aufgeschnittene Früchte zeigen die rötliche Raupe und einen kotgefüllten Gang. Bei warmem Spätsommer folgt eine schädlichere zweite Generation im August.
Vorbeugen
Hänge ab Anfang Juni Pheromonfallen zur Flugkontrolle auf und lege Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm, in denen sich die Raupen verpuppen — regelmäßig kontrollieren und entsorgen. Sammle befallenes Fallobst täglich auf, bürste lose Altborke ab und fördere Meisen und Ohrwürmer als natürliche Gegenspieler; bei starkem Druck hilft das Granulosevirus-Präparat (Cydia-pomonella-Granulovirus) nach Pheromon-Warnung.
