Sortenpass
Kartoffel ‚Bintje’
Solanum tuberosum · Solanaceae
- Reifezeit
- mittelfrüh
- Wuchsstärke
- stark
Über diese Sorte
Eine der bekanntesten Kartoffeln Europas und in Belgien und den Niederlanden die klassische Pommes-frites-Sorte. Die ovalen, gelbfleischigen Knollen sind vorwiegend festkochend mit leicht mehligem Charakter und werden beim Frittieren wunderbar knusprig. Auch für Püree und Bratkartoffeln ist sie geeignet. Gegen Krautfäule ist sie empfindlich, ein luftiger Standort und vorbeugende Pflege halten sie gesund.
Mild und leicht mehlig, wird frittiert außen knusprig und innen fluffig.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
sandig, lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Gib der Kartoffel einen lockeren, tiefgründigen und gut durchlässigen Boden – schwere, verdichtete Tonböden behindern die Knollenbildung und erschweren die Ernte. Halte den Boden leicht sauer (pH etwa 5,0–6,5) und kalke im Jahr vor dem Anbau nicht auf: Ein zu hoher pH-Wert fördert den Gewöhnlichen Kartoffelschorf. Sandiger Lehm oder humoser Sand erwärmt sich im Frühjahr schnell und ist ideal; Staunässe musst du unbedingt vermeiden.
Nachtschattengewächse (Tomate, Kartoffel, Paprika) starkzehrend und krankheitsanfällig — mindestens 4 Jahre Pause am selben Beet beugt Bodenmüdigkeit und Braunfäule vor.
Düngung
Starkzehrer
Arbeite im Herbst vor dem Anbau reifen Kompost oder gut verrotteten Stallmist flach ein – die Nährstoffe stehen dann im Frühjahr bereit. Frischen Mist solltest du meiden, weil er Krankheiten begünstigt. Im zeitigen Frühjahr, kurz vor dem Legen, arbeitest du zusätzlich Hornspäne oder Hornmehl flach ein, um die Startversorgung mit Stickstoff zu sichern. Beim Anhäufeln kannst du erneut etwas reifen Kompost in die Dämme geben.
Mischkultur
Lieber nicht
Krankheiten & Schädlinge
3 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Drahtwurm
Agriotes spp.
Drahtwürmer sind die gelb-braunen, harten Larven der Schnellkäfer und leben mehrere Jahre im Boden. Sie bohren schmale Gänge in Kartoffelknollen und Möhren, wodurch die Ernte unverkäuflich wird und über die Wunden oft Fäulnis nachzieht. Besonders stark tritt der Befall auf Flächen auf, die vorher Wiese oder stark vergrast waren.
Vorbeugen
Halte die Fläche durch regelmäßiges Hacken unkrautfrei — den Larven fehlt dann die Grasdeckung, und häufige Bodenbewegung legt sie Vögeln und Laufkäfern frei. Vermeide es, Knollengemüse direkt nach dem Umbruch von Grünland anzubauen; schiebe ein bis zwei Jahre mit Getreide oder Senf dazwischen. Frühe Sorten und früh geräumte Beete entgehen dem späten Sommerfraß weitgehend.
Kartoffelkäfer
Leptinotarsa decemlineata
Der gelb-schwarz gestreifte Kartoffelkäfer und seine roten Larven können ein Kartoffelbeet in wenigen Tagen kahl fressen. Die Weibchen legen orangefarbene Eigelege auf die Blattunterseite; aus ihnen schlüpfen die gefräßigen Larven, die den größten Schaden anrichten.
Vorbeugen
Sammle Käfer, Larven und die orangen Eigelege ab Mai regelmäßig von Hand ab — bei kleinen Beeten der wirksamste Weg. Decke früh mit Insektennetz ab und halte eine weite Fruchtfolge ein, damit die überwinternden Käfer im Frühjahr keine frische Kartoffel direkt vorfinden.
Kraut- und Braunfäule
Phytophthora infestans
Die Kraut- und Braunfäule ist die gefürchtetste Krankheit an Tomate und Kartoffel. Bei feuchtwarmem Wetter breitet sich der Pilz rasant aus: erst braun-graue Flecken auf den Blättern, dann ein weißer Pelz auf der Unterseite, schließlich faulen Stängel und Früchte. Befallene Pflanzen sind oft innerhalb weniger Tage verloren.
Vorbeugen
Halte die Blätter trocken — gieße nur an die Wurzel und stelle Tomaten unters Dach. Sorge für luftige Abstände, mulche den Boden und entferne befallene Teile sofort. Baue Kartoffeln und Tomaten nicht nebeneinander an und halte eine vierjährige Fruchtfolge ein.
