Sortenpass
Nektarine ‚Nectared’
Prunus persica var. nucipersica · Rosaceae
- Reifezeit
- mittel
- Wuchsstärke
- mittel
Über diese Sorte
Eine robuste, ertragreiche Nektarine aus der amerikanischen Nectared-Reihe, die im mitteleuropäischen Klima zuverlässig reift. Anfang bis Mitte August trägt der Baum mittelgroße, gelbfleischige Früchte mit kräftiger roter Deckfarbe. Selbstfruchtbar, also auch als Einzelbaum dankbar. Wie üblich bei Nektarinen ist die Kräuselkrankheit der wunde Punkt — plane einen geschützten, gut belüfteten Platz ein.
Saftiges Gelbfleisch mit ausgewogenem Süße-Säure-Verhältnis und glatter, glänzender Haut.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Pflanz die Nektarine auf einen lockeren, tiefgründigen, gut durchlässigen Boden ohne Staunässe – ideal sind leichte, sandige bis sandig-lehmige, humusreiche Böden, nicht schwere Lehm- oder Tonböden (dort drohen Gummifluss und schlechte Holzreife). Halte den Kalkgehalt niedrig: Auf zu kalkhaltigem, alkalischem Boden reagiert sie empfindlich mit Chlorose. Schwere Böden mischst du am besten mit Sand und reifem Kompost auf.
Düngung
Starkzehrer
Dünge im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb: Arbeite reifen Kompost und Hornspäne flach in die Baumscheibe ein – das deckt den Bedarf für Blüte und Triebaufbau. Im Frühsommer zur Fruchtphase kannst du eine kaliumbetonte organische Gabe (z.B. Gesteinsmehl, reifer Kompost) ergänzen, das festigt das Holz und verbessert die Winterhärte. Ab August keine stickstoffbetonte Düngung mehr, sonst reift das Holz nicht aus und der Baum wird frostempfindlich. Im Herbst eine Kompost-Mulchschicht auflegen statt einarbeiten.
Schnitt
Schneide deine Nektarine kurz vor oder während der Blüte (März–April, KW 12–16) – dann erkennst du die Triebarten am besten und die Wunden verheilen zügig. Kürze die einjährigen Fruchttriebe jährlich ein, da nur sie Früchte tragen; einen stärkeren Verjüngungsschnitt legst du nach der Ernte.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
2 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Kräuselkrankheit
Taphrina deformans
Die Kräuselkrankheit befällt Pfirsich und Nektarine schon beim Austrieb. Die jungen Blätter werden blasig verdickt, kräuseln sich und färben sich gelb-rot bis purpurn. Bei starkem Befall wirft der Baum die Blätter ab, treibt geschwächt neu aus und verliert deutlich an Ertrag. Die Infektion findet ausschließlich in der kühl-nassen Austriebsphase statt.
Vorbeugen
Schütze den Baum mit einem Regendach oder einer Folienabdeckung über die Austriebsphase, damit die Knospen trocken bleiben. Behandle vorbeugend ab Knospenschwellen mit einem zugelassenen Kupfer- oder Schwefelpräparat, denn nach dem Austrieb wirkt nichts mehr. Wenig anfällige Sorten wie der Pfirsich ‚Benedicte’ oder ‚Revita’ sind für den Hausgarten die beste Wahl.
Monilia-Spitzendürre
Monilia laxa
Die Monilia-Spitzendürre infiziert Steinobst über die offene Blüte und wandert von dort in den Trieb. Befallene Blüten und Triebspitzen welken schlagartig und vertrocknen braun, als hätte sie Frost erwischt — daher die Verwechslung. Besonders Sauerkirschen wie die ‚Schattenmorelle’ sind anfällig, wenn es zur Blüte nasskalt ist.
Vorbeugen
Schneide befallene Triebe rasch bis etwa 15 cm ins gesunde Holz zurück und entsorge sie über den Restmüll. Wähle weniger anfällige Sorten und sorge durch Auslichtungsschnitt für eine luftige, schnell abtrocknende Krone. Bei Dauerregen zur Blüte hilft eine vorbeugende Behandlung mit Tonerde- oder Schachtelhalmpräparaten.
