Prunus persica
Pfirsich
Volksnamen: Pfirsichbaum
Foto: Jack Dykinga, USDA · Public Domain · Quelle
Beschreibung
Der Pfirsich liefert sonnengereifte, saftige Früchte direkt vom eigenen Baum und ist meist selbstfruchtbar. Er braucht einen warmen, geschützten Platz, etwa an einer Südwand. Robuste Sorten wie *'Roter Weinbergpfirsich'* trotzen unserem Klima besser als empfindliche Tafelsorten.
Pflegehinweise
Pflanze ihn an die wärmste Stelle im Garten und schütze die früh erscheinende Blüte (März · KW 12) bei Spätfrösten mit Vlies. Schneide direkt nach der Blüte, nicht im Winter, das beugt der gefürchteten Kräuselkrankheit vor. Wässere in trockenen Sommern gründlich, damit die Früchte voll und saftig werden.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, sandig, humos, durchlässig, kalkmeidend
Pfirsich braucht einen tiefgründigen, gut durchlässigen, lehmig-humosen Boden — Staunässe schädigt die Wurzeln rasch, schwere nasse Böden mit Sand und reifem Kompost auflockern. Der Boden darf neutral bis leicht sauer sein (etwa pH 6,0–7,0); erst stark kalkhaltige, alkalische Böden über pH 7,5 lösen Eisenmangel-Chlorose aus. Am besten gedeiht er an einer warmen, windgeschützten Südwand mit wärmespeicherndem Mauerwerk.
Düngung
Starkzehrer
Im Frühjahr reifen Kompost gleichmäßig unter der Kronentraufe verteilen und mit Hornspänen flach in die Baumscheibe einarbeiten — das versorgt den Baum über die Saison mit langsam verfügbarem Stickstoff. Eine zweite, leichtere Kompostgabe kann im Mai folgen, wenn das Wachstum in Schwung kommt. Ab Juli nicht mehr stickstoffbetont düngen, sonst reifen die Neutriebe nicht aus und frieren im Winter zurück. Im ersten Standjahr nach der Pflanzung noch nicht düngen.
Schnitt
Schneide den Pfirsich zur Blüte (Februar bis März, KW 8-12), weil er fast nur am einjährigen Holz fruchtet und du erst jetzt die echten Fruchttriebe mit den Drillingsknospen (Blattknospe zwischen zwei Blütenknospen) sicher erkennst. Diese Triebe lässt du stehen und kürzt sie bei Bedarf ein, der Rest wird ausgedünnt.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Lieber nicht
Krankheiten & Schädlinge
2 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Kräuselkrankheit
Taphrina deformans
Die Kräuselkrankheit befällt Pfirsich und Nektarine schon beim Austrieb. Die jungen Blätter werden blasig verdickt, kräuseln sich und färben sich gelb-rot bis purpurn. Bei starkem Befall wirft der Baum die Blätter ab, treibt geschwächt neu aus und verliert deutlich an Ertrag. Die Infektion findet ausschließlich in der kühl-nassen Austriebsphase statt.
Vorbeugen
Schütze den Baum mit einem Regendach oder einer Folienabdeckung über die Austriebsphase, damit die Knospen trocken bleiben. Behandle vorbeugend ab Knospenschwellen mit einem zugelassenen Kupfer- oder Schwefelpräparat, denn nach dem Austrieb wirkt nichts mehr. Wenig anfällige Sorten wie der Pfirsich ‚Benedicte’ oder ‚Revita’ sind für den Hausgarten die beste Wahl.
Monilia-Spitzendürre
Monilia laxa
Die Monilia-Spitzendürre infiziert Steinobst über die offene Blüte und wandert von dort in den Trieb. Befallene Blüten und Triebspitzen welken schlagartig und vertrocknen braun, als hätte sie Frost erwischt — daher die Verwechslung. Besonders Sauerkirschen wie die ‚Schattenmorelle’ sind anfällig, wenn es zur Blüte nasskalt ist.
Vorbeugen
Schneide befallene Triebe rasch bis etwa 15 cm ins gesunde Holz zurück und entsorge sie über den Restmüll. Wähle weniger anfällige Sorten und sorge durch Auslichtungsschnitt für eine luftige, schnell abtrocknende Krone. Bei Dauerregen zur Blüte hilft eine vorbeugende Behandlung mit Tonerde- oder Schachtelhalmpräparaten.
Sorten
8 Sorten‚Benedicte’
Eine moderne französische Züchtung, die vor allem wegen ihrer hohen Toleranz gegen Kräuselkrankheit für den Hausgarten interessant ist — gerade in feuchteren Lagen ein echter Vorteil. Die gelbfleischigen Früchte reifen im August und überzeugen mit guter Süße. Selbstfruchtbar und damit auch solo ertragreich. Als geschützte Sorte unterliegt die Vermehrung dem Sortenschutz.
Süß und saftig mit feinem Aroma, das festere Fruchtfleisch hält beim Einmachen gut zusammen.
‚Dixired’
Eine früh reifende Sorte, die schon ab Mitte/Ende Juli die ersten Pfirsiche bringt — ideal, wenn du nicht bis in den Spätsommer warten möchtest. Die Früchte sind mittelgroß, gelbfleischig und tragen eine leuchtend rote Backe; das Fleisch haftet bei dieser frühen Sorte etwas stärker am Stein. Selbstfruchtbar. Gegen Kräuselkrankheit ist sie wenig robust.
Frisch süß-säuerlich mit knackigerem Biss — als einer der ersten Pfirsiche des Jahres ein willkommener Vorbote.
‚Fruteria’
Eine neuere Sorte, die gezielt für robuste Hausgärten ausgewählt wurde und sich durch gute Toleranz gegen die Kräuselkrankheit auszeichnet. Die großen, gelbfleischigen Früchte reifen Ende August bis Anfang September und schmecken süß und saftig. Selbstfruchtbar, du brauchst keinen Befruchter. Als geschützte Sorte ist die Vermehrung lizenzpflichtig.
Mild-süßes, saftiges Gelbfleisch mit angenehm wenig Säure — ein freundlicher Naschpfirsich.
‚Kernechter vom Vorgebirge’
Eine robuste alte Landsorte aus dem rheinischen Vorgebirge, die als samenecht gilt: aus dem Kern gezogene Bäume bleiben der Mutter sehr ähnlich. Die Früchte reifen erst Anfang September und sind gelbfleischig, würzig und fest. Im Vergleich zu vielen Neuzüchtungen verträgt sie die Kräuselkrankheit etwas besser. Selbstfruchtbar, also auch als Einzelbaum dankbar.
Kräftig würzig-süß mit festem, gut steinlösendem Gelbfleisch — wunderbar zum Einkochen und für Likör.
‚Red Haven’
Der weltweite Standard unter den Pfirsichen und ein verlässlicher Start für deinen Garten. Anfang bis Mitte August trägt der Baum gelbfleischige, gut steinlösende Früchte mit kräftiger roter Backe. Wie alle Pfirsiche ist die Sorte selbstfruchtbar, du brauchst also keinen zweiten Baum. Gegen Kräuselkrankheit ist sie allerdings nur wenig widerstandsfähig, plane einen luftigen Standort ein.
Saftiges, festes Gelbfleisch mit ausgewogenem Süße-Säure-Spiel und feinem Pfirsicharoma.
‚Revita’
Eine als kräuselkrankheitstolerant beworbene Sorte für Hausgärten, die das lästige Kräuseln des Laubs deutlich besser wegsteckt als alte Klassiker. Die gelbfleischigen Früchte reifen Mitte bis Ende August und sind saftig und süß. Wie bei Pfirsichen üblich selbstfruchtbar — ein einzelner Baum genügt. Sortengeschützt, daher keine eigenmächtige Vermehrung.
Saftig-süßes Gelbfleisch mit rundem Aroma, gut für den frischen Genuss direkt vom Baum.
‚Suncrest’
Ein klassischer kalifornischer Tafelpfirsich, der für sein intensives Aroma geschätzt wird. Die großen, gelbfleischigen Früchte mit kräftiger roter Deckfarbe reifen Mitte August und lösen sich gut vom Stein. Selbstfruchtbar und ertragreich, aber wie viele ältere Sorten anfällig für Kräuselkrankheit — gib ihr einen warmen, gut durchlüfteten Platz.
Vollmundig süß mit ausgeprägtem Pfirsicharoma und viel Saft — ein Pfirsich für den Genuss aus der Hand.
‚Roter Weinbergpfirsich’
Der traditionelle Weinbergpfirsich der deutschen Weinbauregionen — kleiner und herber als die Supermarkt-Sorten, dafür robust und wuchsfreudig. Das rotgeäderte Fruchtfleisch reift erst im September und schmeckt herb-aromatisch mit weiniger Säure. Diese Sämlings-Herkunft ist erstaunlich tolerant gegen Kräuselkrankheit. Selbstfruchtbar; ideal für Marmelade, Likör und Brand.
Rotfleischig, herb und weinig — roh ein Erlebnis für Liebhaber, gekocht und gebrannt eine regionale Spezialität.
Erfahrungen aus echten Gärten
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