Sortenpass
Pfirsich ‚Roter Weinbergpfirsich’
Prunus persica · Rosaceae
- Reifezeit
- spät
- Wuchsstärke
- stark
Über diese Sorte
Der traditionelle Weinbergpfirsich der deutschen Weinbauregionen — kleiner und herber als die Supermarkt-Sorten, dafür robust und wuchsfreudig. Das rotgeäderte Fruchtfleisch reift erst im September und schmeckt herb-aromatisch mit weiniger Säure. Diese Sämlings-Herkunft ist erstaunlich tolerant gegen Kräuselkrankheit. Selbstfruchtbar; ideal für Marmelade, Likör und Brand.
Rotfleischig, herb und weinig — roh ein Erlebnis für Liebhaber, gekocht und gebrannt eine regionale Spezialität.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, sandig, humos, durchlässig, kalkmeidend
Pfirsich braucht einen tiefgründigen, gut durchlässigen, lehmig-humosen Boden — Staunässe schädigt die Wurzeln rasch, schwere nasse Böden mit Sand und reifem Kompost auflockern. Der Boden darf neutral bis leicht sauer sein (etwa pH 6,0–7,0); erst stark kalkhaltige, alkalische Böden über pH 7,5 lösen Eisenmangel-Chlorose aus. Am besten gedeiht er an einer warmen, windgeschützten Südwand mit wärmespeicherndem Mauerwerk.
Düngung
Starkzehrer
Im Frühjahr reifen Kompost gleichmäßig unter der Kronentraufe verteilen und mit Hornspänen flach in die Baumscheibe einarbeiten — das versorgt den Baum über die Saison mit langsam verfügbarem Stickstoff. Eine zweite, leichtere Kompostgabe kann im Mai folgen, wenn das Wachstum in Schwung kommt. Ab Juli nicht mehr stickstoffbetont düngen, sonst reifen die Neutriebe nicht aus und frieren im Winter zurück. Im ersten Standjahr nach der Pflanzung noch nicht düngen.
Schnitt
Schneide den Pfirsich zur Blüte (Februar bis März, KW 8-12), weil er fast nur am einjährigen Holz fruchtet und du erst jetzt die echten Fruchttriebe mit den Drillingsknospen (Blattknospe zwischen zwei Blütenknospen) sicher erkennst. Diese Triebe lässt du stehen und kürzt sie bei Bedarf ein, der Rest wird ausgedünnt.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Lieber nicht
Krankheiten & Schädlinge
2 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Kräuselkrankheit
Taphrina deformans
Die Kräuselkrankheit befällt Pfirsich und Nektarine schon beim Austrieb. Die jungen Blätter werden blasig verdickt, kräuseln sich und färben sich gelb-rot bis purpurn. Bei starkem Befall wirft der Baum die Blätter ab, treibt geschwächt neu aus und verliert deutlich an Ertrag. Die Infektion findet ausschließlich in der kühl-nassen Austriebsphase statt.
Vorbeugen
Schütze den Baum mit einem Regendach oder einer Folienabdeckung über die Austriebsphase, damit die Knospen trocken bleiben. Behandle vorbeugend ab Knospenschwellen mit einem zugelassenen Kupfer- oder Schwefelpräparat, denn nach dem Austrieb wirkt nichts mehr. Wenig anfällige Sorten wie der Pfirsich ‚Benedicte’ oder ‚Revita’ sind für den Hausgarten die beste Wahl.
Monilia-Spitzendürre
Monilia laxa
Die Monilia-Spitzendürre infiziert Steinobst über die offene Blüte und wandert von dort in den Trieb. Befallene Blüten und Triebspitzen welken schlagartig und vertrocknen braun, als hätte sie Frost erwischt — daher die Verwechslung. Besonders Sauerkirschen wie die ‚Schattenmorelle’ sind anfällig, wenn es zur Blüte nasskalt ist.
Vorbeugen
Schneide befallene Triebe rasch bis etwa 15 cm ins gesunde Holz zurück und entsorge sie über den Restmüll. Wähle weniger anfällige Sorten und sorge durch Auslichtungsschnitt für eine luftige, schnell abtrocknende Krone. Bei Dauerregen zur Blüte hilft eine vorbeugende Behandlung mit Tonerde- oder Schachtelhalmpräparaten.
