Lactuca sativa
Kopfsalat
Volksnamen: Gartensalat, Pflücksalat
Foto: CostaPPPR · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Beschreibung
Salat ist das schnelle Erfolgserlebnis im Beet: Vom Kopfsalat über knackigen Eisberg bis zum Pflücksalat *'Eichblatt'* erntest du in wenigen Wochen frisches Grün. Als Lückenfüller passt er zwischen fast jede langsamere Kultur.
Pflegehinweise
Setze die Jungpflanzen flach, damit das Herz nicht fault, und halte den Boden gleichmäßig feucht — Trockenheit lässt Salat schießen und bitter werden. Säe alle zwei bis drei Wochen eine kleine Portion nach, dann hast du den ganzen Sommer Nachschub.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, lehmig, feucht, nährstoffreich
Kopfsalat will lockere, humusreiche Erde, die gleichmäßig feucht bleibt, aber keine Staunässe bekommt. Sandige Böden mit reifem Kompost aufwerten, schwere Tonböden eignen sich kaum. Lockere den Boden vor dem Pflanzen flach — der Salat wurzelt flach und mag keine Verdichtung.
Salat und andere Korbblütler sind schwach- bis mittelzehrend — etwa 3 Jahre Pause genügt, sie eignen sich gut als Lückenfüller zwischen den Hauptkulturen.
Düngung
Mittelzehrer
Arbeite im Frühjahr vor dem ersten Satz und vor dem Herbstanbau gut verrotteten Kompost flach ein. Auf nährstoffärmeren Böden hilft zusätzlich etwas Hornmehl oberflächlich eingeharkt. Verzichte auf frischen Mist — er fördert Fäulnis. Halte dich mit Stickstoff bewusst zurück, sonst werden die Köpfe weich und wässrig.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Krankheiten & Schädlinge
5 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Blattläuse
Aphidoidea
Blattläuse sind die häufigsten Saugschädlinge im Garten. Sie sitzen in dichten Kolonien an weichen Triebspitzen, saugen Pflanzensaft und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich schwarzer Rußtau ansiedelt. Stark befallene Triebe verkrüppeln, außerdem übertragen Läuse Viren.
Vorbeugen
Fördere Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen mit blühenden Randstreifen — sie halten Läuse meist in Schach. Spritze kleine Herde einfach mit Wasser ab oder zerdrücke sie. Verzichte auf Überdüngung mit Stickstoff, denn weiches Wuchsgewebe lockt Läuse besonders an.
Falscher Mehltau
Peronosporaceae
Der Falsche Mehltau ist kein echter Pilz, sondern ein Eipilz, der von der Blattunterseite kommt — anders als der Echte Mehltau. Auf der Oberseite zeigen sich gelb-eckige Flecken, unten ein grau-violetter Belag. Bei Gurke, Zwiebel und Salat kann er ganze Bestände innerhalb weniger Tage zusammenbrechen lassen, sobald es feucht-warm ist.
Vorbeugen
Gieße morgens und nur an die Wurzel, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen. Halte großzügige Pflanzabstände für eine gute Durchlüftung und wähle widerstandsfähige Sorten wie die Gurke ‚Saladin’. Entferne befallene Blätter sofort und gib sie nicht auf den Kompost.
Grauschimmel
Botrytis cinerea
Grauschimmel ist ein Schwächeparasit, der überall dort zuschlägt, wo es feucht und eng ist. Auf reifen Erdbeeren, Tomaten oder Salatköpfen bildet sich ein typischer grau-pelziger Rasen, die Früchte faulen weich. Auch Jungpflanzen können daran umkippen.
Vorbeugen
Sorge für Luft: weite Abstände, ausgelichtete Bestände und trockene Blätter. Ernte reife Früchte zügig, entferne faulende sofort und vermeide Verletzungen. Im Gewächshaus hilft regelmäßiges Lüften gegen die Staunässe.
Spanische Wegschnecke
Arion vulgaris
Die Spanische Wegschnecke ist der gefürchtetste Allesfresser im Gemüsebeet. Sie frisst nachts und bei feuchtem Wetter unregelmäßige Löcher in Blätter und räumt junge Salate oder Keimlinge oft komplett ab. Verräterisch sind die silbrig glänzenden Schleimspuren am nächsten Morgen. Besonders weiche, frisch gepflanzte Sätze sind gefährdet.
Vorbeugen
Sammle die Tiere früh morgens oder nach Regen ab und lege Bretter als Tagesverstecke aus, unter denen du sie gezielt einsammelst. Ein 3–5 cm hoher Schneckenzaun um gefährdete Beete hält sie zuverlässig fern, ebenso ein trockener Streifen aus Schafwolle oder Sägemehl. Fördere Igel, Laufkäfer und Kröten mit Totholz und Laubhaufen — und gieße morgens statt abends, damit die Beete nachts abtrocknen.
Weißstängeligkeit (Sclerotinia-Fäule)
Sclerotinia sclerotiorum
Die Weißstängeligkeit, auch Sclerotinia-Fäule, ist eine breit wirtende Pilzkrankheit, die Salat, Bohnen und viele weitere Kulturen befällt. An der Stängelbasis entsteht eine wässrige, weiche Fäule mit watteartigem weißem Pilzbelag; darin bilden sich schwarze, harte Dauerkörper (Sklerotien), die jahrelang im Boden überleben. Befallene Pflanzen welken plötzlich und fallen um.
Vorbeugen
Pflanze weit und luftig, damit die Bestände nach Regen rasch abtrocknen, und gieße morgens an die Wurzel statt über das Laub. Entferne kranke Pflanzen samt anhaftender Erde sofort und entsorge sie über den Hausmüll — die Sklerotien überdauern im Kompost. Halte eine mehrjährige Anbaupause und meide enge Fruchtfolgen mit anderen anfälligen Kulturen wie Bohne, Möhre oder Sellerie.
Sorten
10 Sorten‚Amerikanischer Brauner’
Ein robuster alter Kopfsalat mit rotbraun überlaufenen, zarten Blättern und gutem Stand gegen Schossen. Die lockeren Köpfe vertragen Wärme besser als viele helle Sorten und bleiben länger erntefähig. Eine genügsame Wahl für den Sommeranbau, wenn andere Salate schon hochschießen.
Mild und zart mit feiner Textur, kaum Bitterstoffe selbst bei wärmerem Stand. Klassischer, unkomplizierter Salatgeschmack.
‚Cocarde’
Ein französischer Eichblattsalat mit tief gebuchteten, bronzerot überlaufenen Blättern in lockerer Rosette. Du erntest ihn als Pflücksalat Blatt für Blatt oder schneidest die ganze Rosette. Er schosst spät und hält seine schöne Färbung auch in der Sommerhitze.
Mild und zart mit feiner nussiger Note, die typische weiche Eichblatt-Textur. Schmilzt fast auf der Zunge und passt zu fruchtigen Dressings.
‚Forellenschluss’
Ein alter Romana-Salat aus dem Alpenraum, dessen grüne Blätter über und über mit weinroten Sprenkeln gesprenkelt sind, die an die Zeichnung einer Forelle erinnern. Er bildet aufrechte, knackige Köpfe mit hellem, festem Herz. Ein echtes Schmuckstück im Beet und eine Rarität, die du selbst leicht nachbauen kannst.
Mild-süßlich und angenehm knackig, das Herz besonders zart. Die festen Rippen geben Biss, ideal auch zum kurzen Anbraten oder Grillen halbiert.
‚Grazer Krauthäuptel’
Ein steirischer Traditionssalat mit rotbraun gerandeten, zarten Blättern, der besonders gut mit Kälte zurechtkommt. Du kannst ihn schon im zeitigen Frühjahr oder sogar zur Überwinterung im Herbst setzen und erntest entsprechend früh. Robust, anspruchslos und in Österreich ein echter Klassiker auf jedem Marktstand.
Mild und butterzart mit leichter Süße, kaum Bitterstoffe. Die weichen Blätter eignen sich für klassische Salate mit Kürbiskernöl-Dressing.
‚Great Lakes’
Der bewährte Eissalat-Klassiker, der feste, kugelige Köpfe mit knackigem, hellem Inneren bildet. Er steht spät im Jahr und verträgt Sommerwärme gut, ohne schnell zu schossen oder Blattrandbrand zu zeigen. Für den geernteten Kopf gilt: kühl gelagert hält er sich im Kühlschrank über eine Woche knackig.
Sehr knackig und saftig mit mildem, frischem Geschmack. Liefert den typischen Crunch für Burger, Wraps und herzhafte Beilagensalate.
‚Lollo Bionda’
Die hellgrüne Schwester der *'Lollo Rossa'* mit denselben üppig gekrausten Blättern, nur in leuchtendem Frischgrün. Als Pflücksalat erntest du laufend die äußeren Blätter, das Herz wächst dabei weiter nach. Im Beet neben der roten Form gepflanzt ergibt das ein hübsches zweifarbiges Band.
Mild und knackig mit frischem, fast neutralem Geschmack. Die voluminöse Krause macht sich optisch in gemischten Salaten gut.
‚Lollo Rossa’
Der dekorative italienische Pflücksalat mit stark gekrausten, rotbraun überlaufenen Blatträndern, die jeden Salatteller aufwerten. Du musst keinen Kopf abwarten, sondern pflückst die äußeren Blätter laufend von außen nach innen, sodass die Pflanze immer wieder nachtreibt. Dadurch erntest du über viele Wochen aus wenigen Pflanzen.
Leicht herb mit einer feinen, nussigen Note, kräftiger als Buttersalat. Die krause Struktur nimmt Dressing besonders gut auf.
‚Maikönig’
Ein altbewährter Frühjahrs-Kopfsalat, der schon bei kühlen Temperaturen rasch zarte, hellgrüne Köpfe bildet. Du kannst ihn ab März im Frühbeet oder unter Vlies ziehen und gehörst damit zu den Ersten mit eigenem Salat im Jahr. Die weichen, butterzarten Blätter wollen frisch geerntet und gleich gegessen werden.
Mild und butterzart mit einer feinen Süße, ohne jede Bitterkeit. Klassischer Buttersalat-Charakter, ideal für ein schlichtes Frühlingsblattsalat-Dressing.
‚Till’
Ein moderner, samenfester Kopfsalat mit breiter Resistenz gegen Falschen Mehltau und die grüne Salatblattlaus, gezüchtet für den robusten Hausgarten. Er bildet feste, gleichmäßige Köpfe und steht auch bei wechselhaftem Wetter zuverlässig im Beet. Wer wenig spritzen und trotzdem sicher ernten will, ist mit ihm gut beraten.
Mild und frisch mit zartem, gleichmäßigem Blatt. Unaufdringlicher Geschmack, der sich gut mit kräftigeren Dressings verträgt.
‚Wunder der vier Jahreszeiten’
Ein französischer Klassiker (Merveille des Quatre Saisons), der für seine außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit über die Saison hinweg bekannt ist. Die äußeren Blätter färben sich bronzerot bis weinrot, das Herz bleibt hell und knackig, ein echter Hingucker im Beet. Du kannst von Frühjahr bis Herbst staffeln und erntest stets feste, saftige Köpfe.
Mild und saftig mit knackigem Herz, die rötlichen Außenblätter schmecken eine Spur kräftiger. Zeigt selbst bei Wärme wenig Bitterstoffe.
Erfahrungen aus echten Gärten
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