Sortenpass
Kopfsalat ‚Grazer Krauthäuptel’
Lactuca sativa · Asteraceae
- Reifezeit
- früh
- Wuchsstärke
- mittel
Über diese Sorte
Ein steirischer Traditionssalat mit rotbraun gerandeten, zarten Blättern, der besonders gut mit Kälte zurechtkommt. Du kannst ihn schon im zeitigen Frühjahr oder sogar zur Überwinterung im Herbst setzen und erntest entsprechend früh. Robust, anspruchslos und in Österreich ein echter Klassiker auf jedem Marktstand.
Mild und butterzart mit leichter Süße, kaum Bitterstoffe. Die weichen Blätter eignen sich für klassische Salate mit Kürbiskernöl-Dressing.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, lehmig, feucht, nährstoffreich
Kopfsalat will lockere, humusreiche Erde, die gleichmäßig feucht bleibt, aber keine Staunässe bekommt. Sandige Böden mit reifem Kompost aufwerten, schwere Tonböden eignen sich kaum. Lockere den Boden vor dem Pflanzen flach — der Salat wurzelt flach und mag keine Verdichtung.
Salat und andere Korbblütler sind schwach- bis mittelzehrend — etwa 3 Jahre Pause genügt, sie eignen sich gut als Lückenfüller zwischen den Hauptkulturen.
Düngung
Mittelzehrer
Arbeite im Frühjahr vor dem ersten Satz und vor dem Herbstanbau gut verrotteten Kompost flach ein. Auf nährstoffärmeren Böden hilft zusätzlich etwas Hornmehl oberflächlich eingeharkt. Verzichte auf frischen Mist — er fördert Fäulnis. Halte dich mit Stickstoff bewusst zurück, sonst werden die Köpfe weich und wässrig.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Krankheiten & Schädlinge
5 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Blattläuse
Aphidoidea
Blattläuse sind die häufigsten Saugschädlinge im Garten. Sie sitzen in dichten Kolonien an weichen Triebspitzen, saugen Pflanzensaft und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich schwarzer Rußtau ansiedelt. Stark befallene Triebe verkrüppeln, außerdem übertragen Läuse Viren.
Vorbeugen
Fördere Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen mit blühenden Randstreifen — sie halten Läuse meist in Schach. Spritze kleine Herde einfach mit Wasser ab oder zerdrücke sie. Verzichte auf Überdüngung mit Stickstoff, denn weiches Wuchsgewebe lockt Läuse besonders an.
Falscher Mehltau
Peronosporaceae
Der Falsche Mehltau ist kein echter Pilz, sondern ein Eipilz, der von der Blattunterseite kommt — anders als der Echte Mehltau. Auf der Oberseite zeigen sich gelb-eckige Flecken, unten ein grau-violetter Belag. Bei Gurke, Zwiebel und Salat kann er ganze Bestände innerhalb weniger Tage zusammenbrechen lassen, sobald es feucht-warm ist.
Vorbeugen
Gieße morgens und nur an die Wurzel, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen. Halte großzügige Pflanzabstände für eine gute Durchlüftung und wähle widerstandsfähige Sorten wie die Gurke ‚Saladin’. Entferne befallene Blätter sofort und gib sie nicht auf den Kompost.
Grauschimmel
Botrytis cinerea
Grauschimmel ist ein Schwächeparasit, der überall dort zuschlägt, wo es feucht und eng ist. Auf reifen Erdbeeren, Tomaten oder Salatköpfen bildet sich ein typischer grau-pelziger Rasen, die Früchte faulen weich. Auch Jungpflanzen können daran umkippen.
Vorbeugen
Sorge für Luft: weite Abstände, ausgelichtete Bestände und trockene Blätter. Ernte reife Früchte zügig, entferne faulende sofort und vermeide Verletzungen. Im Gewächshaus hilft regelmäßiges Lüften gegen die Staunässe.
Spanische Wegschnecke
Arion vulgaris
Die Spanische Wegschnecke ist der gefürchtetste Allesfresser im Gemüsebeet. Sie frisst nachts und bei feuchtem Wetter unregelmäßige Löcher in Blätter und räumt junge Salate oder Keimlinge oft komplett ab. Verräterisch sind die silbrig glänzenden Schleimspuren am nächsten Morgen. Besonders weiche, frisch gepflanzte Sätze sind gefährdet.
Vorbeugen
Sammle die Tiere früh morgens oder nach Regen ab und lege Bretter als Tagesverstecke aus, unter denen du sie gezielt einsammelst. Ein 3–5 cm hoher Schneckenzaun um gefährdete Beete hält sie zuverlässig fern, ebenso ein trockener Streifen aus Schafwolle oder Sägemehl. Fördere Igel, Laufkäfer und Kröten mit Totholz und Laubhaufen — und gieße morgens statt abends, damit die Beete nachts abtrocknen.
Weißstängeligkeit (Sclerotinia-Fäule)
Sclerotinia sclerotiorum
Die Weißstängeligkeit, auch Sclerotinia-Fäule, ist eine breit wirtende Pilzkrankheit, die Salat, Bohnen und viele weitere Kulturen befällt. An der Stängelbasis entsteht eine wässrige, weiche Fäule mit watteartigem weißem Pilzbelag; darin bilden sich schwarze, harte Dauerkörper (Sklerotien), die jahrelang im Boden überleben. Befallene Pflanzen welken plötzlich und fallen um.
Vorbeugen
Pflanze weit und luftig, damit die Bestände nach Regen rasch abtrocknen, und gieße morgens an die Wurzel statt über das Laub. Entferne kranke Pflanzen samt anhaftender Erde sofort und entsorge sie über den Hausmüll — die Sklerotien überdauern im Kompost. Halte eine mehrjährige Anbaupause und meide enge Fruchtfolgen mit anderen anfälligen Kulturen wie Bohne, Möhre oder Sellerie.
