Allium ampeloprasum
Porree
Volksnamen: Lauch, Winterlauch
Foto: Roger Culos · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Porree ist das Wintergemüse schlechthin: Winterharte Sorten stehen bis in den Februar im Beet und werden frisch gestochen, wenn sonst wenig wächst. Sein milder Zwiebelgeschmack verfeinert Suppen und Eintöpfe, und als Nachbar hält er die Möhrenfliege fern.
Pflegehinweise
Säe ab Februar im Haus vor und pflanze die bleistiftdicken Jungpflanzen ab Mai tief in Pflanzlöcher. Häufle die Pflanzen mehrmals an, damit der Schaft lang und weiß bleibt. Gieße gleichmäßig und gib im Sommer eine Stickstoffgabe; Winterlauch übersteht Frost bis etwa -12 °C und wird nach Bedarf geerntet.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Porree mag tiefgründigen, humusreichen und gleichmäßig feuchten Boden ohne Staunässe – lockere ihn vor dem Pflanzen tief, damit die langen Schäfte Platz nach unten haben. Auf leichtem Sand leidet die Wasserversorgung, auf schwerem Ton hilft eingearbeiteter Kompost gegen Verdichtung; liegt der pH unter 6, ist eine maßvolle Kalkung sinnvoll.
Lauchgewächse (Zwiebel, Knoblauch, Lauch) mittelzehrend — 4 Jahre Pause beugt Zwiebelfäule und Lauchmotte vor; gute Nachbarn für Möhren.
Düngung
Starkzehrer
Arbeite im Frühjahr vor dem Pflanzen reifen Kompost und Hornspäne flach ein – das trägt die Grundversorgung über die Saison. Etwa vier Wochen nach dem Auspflanzen gibst du eine weitere Gabe verrotteten Kompost oder Brennnesseljauche an die Basis. Bei spätem Porree düngst du organisch spätestens im August zum letzten Mal, damit er nicht zu weich in den Winter geht.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
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Lauchmotte
Acrolepiopsis assectella
Die Lauchmotte ist ein kleiner nachtaktiver Falter, dessen Raupen sich in die Blätter und Schäfte von Porree, Knoblauch und Zwiebeln bohren. Sie hinterlassen längliche, fensterartig durchscheinende Fraßstellen und Bohrgänge im Herz, über die häufig Fäulnis eindringt. Befallene Herzblätter knicken oder verdrehen sich. In warmen Sommern treten zwei Generationen auf.
Vorbeugen
Decke die Beete ab dem Auflaufen mit einem engmaschigen Kulturschutznetz ab, damit die Falter nicht zur Eiablage kommen — das ist die wirksamste Vorbeugung. Kontrolliere die Herzblätter und schneide einzeln befallene Triebe großzügig heraus, bevor Fäulnis nachzieht. Ein konsequenter Fruchtwechsel mit mehrjähriger Pause auf Lauchgewächsen und das Entfernen von Ernteresten entziehen der Motte die Überwinterungsquartiere.
Lauchrost
Puccinia allii
Lauchrost ist eine Pilzkrankheit an Porree, Knoblauch, Zwiebel und Schnittlauch. Auf Blättern und Blattscheiden bilden sich leuchtend orangegelbe, längliche Sporenlager, die aufbrechen und rostfarbenes Pulver abstäuben. Bei starkem Befall vergilbt das Laub und stirbt vorzeitig ab — der Lauch bleibt verwendbar, treibt aber schwächer und bildet dünnere Stangen.
Vorbeugen
Dünge Stickstoff maßvoll, denn üppiges Laub ist besonders rostanfällig, und halte mit weitem Stand die Bestände luftig. Gieße morgens an die Wurzel statt über die Blätter und entferne erste befallene Blätter zügig. Räume Erntereste gründlich ab und halte eine drei- bis vierjährige Anbaupause für alle Lauchgewächse auf der Fläche ein.
Sorten
4 Sorten‚Blaugrüner Winter’
Ein robuster Winterporree mit auffällig blaugrünem, fast bereiftem Laub und mittellangen, festen Schäften. Diese Sorte ist auf Härte gezüchtet und steht ohne Schutz draußen, wenn andere längst hereingeholt wurden. Du erntest sie nach Bedarf vom Spätherbst bis ins Frühjahr — sie hält im Beet besser frisch als im Kühlschrank. Samenfest und genügsam, eignet sie sich gut für die Selbstversorgung im Hausgarten.
Würzig und herzhaft, mit kräftigem Lauch-Aroma. In Suppen und Eintöpfen entfaltet sie ihre Tiefe besonders gut.
‚Carentan 2’
Ein französischer Klassiker, der dich durch den Winter trägt: kurze, dicke Schäfte mit dunkelgrünem, blaugrün überhauchtem Laub. Du kannst diese Sorte ab Herbst ernten und sie bis ins zeitige Frühjahr im Beet stehen lassen, denn sie steckt strengen Frost weg. Weil sie samenfest ist, kannst du im Folgejahr aus den kräftigsten Pflanzen selbst Saatgut gewinnen. Eine verlässliche Wahl, wenn du frischen Porree auch in der kalten Jahreszeit ernten willst.
Kräftig und würzig im Geschmack, deutlich aromatischer als frühe Sommersorten. Beim Schmoren wird sie angenehm mild und süßlich.
‚Elefant’
Eine kräftig wachsende Sommer- und Herbstsorte, die ihrem Namen gerecht wird: lange, dicke Schäfte und hellgrünes Laub. Du säst sie zeitig und erntest ab dem Spätsommer bis in den Herbst hinein — sie ist nicht für die Überwinterung gedacht, sondern bringt früh ordentlich Ertrag. Die Schäfte bleiben zart und lassen sich gut weißbleichen, wenn du sie beim Wachsen anhäufelst. Eine dankbare Sorte für deine erste Porree-Ernte im Gartenjahr.
Mild und fein, ohne aufdringliche Schärfe. Roh in feine Ringe geschnitten passt sie gut in Salate, gegart bleibt sie zart.
‚Hannibal’
Eine ertragreiche Herbst- und Frühwintersorte mit langen, gleichmäßigen Schäften und kräftigem Wuchs. Hannibal überzeugt durch ihre Standfestigkeit im Beet und eine gewisse Widerstandskraft gegen Lauchrost, der vielen Porreesorten im feuchten Herbst zusetzt. Du erntest sie ab dem Frühherbst bis in den Spätwinter, solange keine strengen Dauerfröste herrschen. Eine moderne, verlässliche Sorte für eine lange Erntespanne im Hausgarten.
Ausgewogen mild-würzig, weder scharf noch fad. Die langen weißen Schäfte sind zart und vielseitig in der Küche einsetzbar.
Erfahrungen aus echten Gärten
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