Fragaria × ananassa
Erdbeere
Volksnamen: Gartenerdbeere, Ananas-Erdbeere
Foto: CC BY-SA 2.0 · Quelle
Beschreibung
Die Erdbeere ist die süßeste Belohnung im Frühsommer und gelingt schon im kleinsten Beet oder Balkonkasten. Frühe Sorten wie *'Korona'* tragen ab Mai, immertragende wie *'Mara des Bois'* bis in den Herbst. Über Ausläufer vermehrt sie sich fast von selbst.
Pflegehinweise
Pflanze sie idealerweise im August (KW 33), damit sie bis zum Winter kräftig einwurzelt und im nächsten Jahr reich trägt. Mulche mit Stroh, damit die Früchte sauber und trocken bleiben. Schneide nach der Ernte (Juli · KW 28) die alten Blätter zurück und entferne überzählige Ausläufer.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, lehmig
Erdbeeren wollen einen lockeren, tiefgründigen und gut durchlässigen Boden mit hohem Humusanteil; Staunässe musst du unbedingt vermeiden, sonst drohen Wurzelfäule und Botrytis. Der pH-Wert darf ruhig leicht im sauren Bereich liegen (etwa 5,5–6,5) — kalke nur sparsam und nur bei deutlich zu niedrigem Boden-pH.
Düngung
Mittelzehrer
Zu Vegetationsbeginn im Frühjahr (etwa März) gibst du eine flache Gabe reifen Kompost oder arbeitest Hornspäne oberflächlich ein, damit die Pflanze sanft ins Wachstum startet. Der Hauptdüngetermin ist direkt nach der Ernte im Juli/August — dann legt die Pflanze schon die Blütenknospen fürs nächste Jahr an und freut sich über reifen Kompost oder Laubhumus, flach eingearbeitet. Dünge zurückhaltend mit Stickstoff: zu viel davon fördert weiches Blattwerk und macht die Pflanze anfälliger für Botrytis.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
3 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Dickmaulrüssler
Otiorhynchus sulcatus
Der Gefurchte Dickmaulrüssler ist ein nachtaktiver, flugunfähiger Käfer, dessen erwachsene Tiere typische buchtartige Kerben in die Blattränder fressen. Gefährlicher sind die Larven: Sie leben im Boden und fressen Wurzeln und Wurzelhals, sodass besonders Erdbeeren und Heidelbeeren plötzlich welken oder ganz absterben. Befall fällt oft erst auf, wenn die Pflanze schon kümmert.
Vorbeugen
Setze ab Sommer bei feucht-warmem Boden insektenpathogene Nematoden (Heterorhabditis) gegen die Larven ein — das ist die wirksamste biologische Methode. Sammle Käfer abends mit der Taschenlampe ab oder lege Bretter und zusammengerollte Tontöpfe als Tagesversteck aus, die du morgens kontrollierst. Kontrolliere zugekaufte Topfpflanzen vor dem Auspflanzen auf Larven im Ballen.
Grauschimmel
Botrytis cinerea
Grauschimmel ist ein Schwächeparasit, der überall dort zuschlägt, wo es feucht und eng ist. Auf reifen Erdbeeren, Tomaten oder Salatköpfen bildet sich ein typischer grau-pelziger Rasen, die Früchte faulen weich. Auch Jungpflanzen können daran umkippen.
Vorbeugen
Sorge für Luft: weite Abstände, ausgelichtete Bestände und trockene Blätter. Ernte reife Früchte zügig, entferne faulende sofort und vermeide Verletzungen. Im Gewächshaus hilft regelmäßiges Lüften gegen die Staunässe.
Gemeine Spinnmilbe
Tetranychus urticae
Die Gemeine Spinnmilbe tritt vor allem bei trockener Hitze im Gewächshaus auf und saugt an der Blattunterseite, wodurch die Blätter zuerst hell gesprenkelt, dann fahl-bronzefarben werden und vertrocknen. Bei starkem Befall überziehen feine Gespinste die Triebspitzen. Die nur 0,5 mm kleinen Tiere vermehren sich bei Hitze rasend schnell, sodass aus wenigen Milben in zwei Wochen eine Plage werden kann.
Vorbeugen
Halte die Luftfeuchte hoch — regelmäßiges Übersprühen und gutes Gießen stört die hitzeliebenden Milben spürbar — und lüfte das Gewächshaus gegen Hitzestau. Kontrolliere gefährdete Pflanzen früh mit der Lupe und setze bei Befall Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) als biologische Gegenspieler ein; befallene einzelne Blätter ausbrechen und entsorgen bremst die Ausbreitung.
Sorten
10 Sorten‚Darselect’
Eine französische Sorte, die großen Ertrag mit echtem Geschmack verbindet — für viele eine der besten aromatischen Erdbeeren für den Garten. Die großen, festen, dunkelroten Früchte haben eine schöne herzförmige Gestalt und ein volles, ausgewogenes Aroma. Sie reift mittelfrüh und trägt zuverlässig. Auf staunassen Böden ist sie anfällig für Wurzelkrankheiten, ein durchlässiger, sonniger Standort hält sie gesund.
Groß, fest und herzförmig, mit vollem süßem Aroma und angenehm runder Säure.
‚Elsanta’
Die Standard-Erdbeere des europäischen Erwerbsanbaus und ein dankbarer Einstieg für deinen Garten. Die großen, gleichmäßig geformten Früchte sind fest, glänzend und lassen sich gut pflücken und transportieren. Als einmaltragende Sorte bringt sie ihre Haupternte im Juni über etwa drei bis vier Wochen. Auf staunassen Böden ist sie anfällig für Wurzelfäule, gib ihr einen durchlässigen, sonnigen Standort und erneuere den Bestand alle drei Jahre.
Saftig und erfrischend mit ausgewogener Süße und feiner Säure, aromatisch aber nicht aufdringlich.
‚Florence’
Eine späte englische Sorte, die dir die Erdbeersaison verlängert, wenn die frühen Sorten schon durch sind. Die großen, dunkelroten, festen Früchte sind aromatisch und gut haltbar. Ihr größtes Plus ist die ausgeprägte Robustheit: Sie zeigt eine hohe Widerstandskraft gegen Mehltau und Wurzelkrankheiten, was sie zu einer pflegeleichten Wahl auch für schwierigere Böden macht. Kräftig im Wuchs und winterhart trägt sie über mehrere Jahre zuverlässig.
Groß, fest und dunkelrot, ausgewogen süß und saftig — eine verlässliche Spätsorte für den Saison-Ausklang.
‚Honeoye’
Eine der zuverlässigsten frühen Sorten und damit deine erste Ernte der Saison, oft schon Ende Mai. Die großen, leuchtend roten Früchte sind fest, gleichmäßig kegelförmig und tragen reich. Geschmacklich kräftig mit ausgeprägter Säure, frisch genauso geeignet wie zum Einkochen. Robust, winterhart und anspruchslos, kommt sie auch mit raueren Lagen gut zurecht und ist deshalb ein dankbarer Start für Einsteiger.
Fest und saftig, kräftig im Geschmack mit lebendiger Säure und vollem Erdbeeraroma.
‚Korona’
Eine geschmacklich überzeugende Gartensorte, die für viele aromatischer schmeckt als die marktübliche *'Elsanta'*. Die mittelgroßen bis großen, dunkelroten Früchte sind weich und vollsaftig, dafür aber nur kurz haltbar und kaum transportfähig — eine echte Genießer-Erdbeere für den eigenen Garten, die du frisch verarbeitest. Sie trägt einmal, mit der Hauptmenge schon ab Ende Mai. Robust und wüchsig, dankt sie dir einen sonnigen Standort mit lockerem Boden.
Tiefrot bis ins Fruchtfleisch, sehr saftig und süß mit vollem, klassischem Erdbeeraroma.
‚Malwina’
Die späteste der gängigen Gartensorten und damit dein krönender Saisonabschluss, oft erst ab Ende Juni und Anfang Juli. Die großen, sehr dunkelroten Früchte sind fest und schmecken außergewöhnlich süß und aromatisch — geschmacklich gehört sie zur Spitze der modernen Züchtungen. Das dichte Laub beschattet die Früchte und schützt sie vor Sonnenbrand, hält sie aber feucht, lüfte den Bestand deshalb gut. Eine geschützte Sorte, die dir die Erdbeerzeit spürbar verlängert.
Tief dunkelrot, fest und ausgesprochen süß, mit vollem, intensivem Aroma als Belohnung am Saisonende.
‚Mieze Schindler’
Die Aromaköniginnen unter den alten Erdbeeren — von vielen Liebhabern als geschmacklich beste Sorte überhaupt gehandelt. Die kleinen, dunkelroten, weichen Früchte sind extrem zart und nicht transportfähig, dafür entschädigen sie mit einem unvergleichlichen Aroma zwischen Walderdbeere und Himbeere. Eine Besonderheit: Sie ist rein weiblich blühend und braucht eine andere Sorte als Pollenspender in der Nähe, etwa *'Senga Sengana'* oder *'Korona'*. Sie reift spät und nur fürs sofortige Naschen im Garten.
Klein, weich und tiefrot, mit einem schwärmerisch intensiven Aroma nach Walderdbeere und einem Hauch Himbeere.
‚Ostara’
Eine immertragende Sorte, die dich von Juni bis zum Frost in mehreren Schüben mit frischen Erdbeeren versorgt. Die mittelgroßen, leuchtend roten Früchte schmecken angenehm süß und saftig — perfekt zum Naschen über den ganzen Sommer, weniger fürs große Einkochen. Da sie auch an den Ausläufern Blüten ansetzt, eignet sie sich schön für Ampeln, Töpfe und Balkonkästen. Plane den Bestand alle zwei Jahre neu, weil die Dauerernte die Pflanzen stärker fordert.
Mittelgroß und saftig, mild süß mit feiner Säure — eine Erdbeere für die lange Naschsaison.
‚Senga Sengana’
Die klassische Konservenerdbeere der Nachkriegszeit und bis heute der Maßstab fürs Einkochen und Einfrieren. Die dunkelroten, mittelgroßen Früchte sind bis ins Innere durchgefärbt und behalten beim Kochen ihr kräftiges Aroma und die feste Form — ideal für Konfitüre, Kompott und Sirup. Frisch genossen sind sie säuerlich-würzig, eine echte alte Sorte mit Charakter. Sie reift mittelspät und ist anfällig für Grauschimmel, halte den Bestand luftig und ernte regelmäßig.
Durchgefärbt dunkelrot, würzig-säuerlich, mit unverwechselbarem Aroma das auch eingekocht erhalten bleibt.
‚Sonata’
Eine niederländische Neuzüchtung aus einer Kreuzung von *'Elsanta'* und *'Polka'*, die das Beste beider Eltern vereint: den hohen Ertrag und die schöne Frucht der einen, die Süße der anderen. Die großen, gleichmäßig kegelförmigen, leuchtend roten Früchte sind fest und schmecken milder und süßer als *'Elsanta'*. Sie reift mittelfrüh und ist witterungstolerant. Eine moderne, dankbare Allround-Erdbeere für den Frischverzehr und die Küche.
Gleichmäßig schön geformt, fest und saftig, mit harmonischer Süße und nur dezenter Säure.
Erfahrungen aus echten Gärten
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