Brassica oleracea var. capitata f. alba
Weißkohl
Volksnamen: Weißkraut, Kappes
Foto: Rasbak · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Weißkohl ist der Klassiker für Sauerkraut, Eintopf und Krautsalat und liefert feste, lagerfähige Köpfe bis in den Spätherbst. Er ist ein hungriger Starkzehrer, belohnt gute Pflege aber mit kapitalen Köpfen, die du im kühlen Keller monatelang lagern kannst.
Pflegehinweise
Pflanze die Jungpflanzen ab Mai mit reichlich Abstand in tiefgründigen, gut mit Kompost versorgten Boden. Gieße gleichmäßig und durchdringend, denn unregelmäßige Wassergaben lassen die Köpfe platzen. Lege gegen die Kohlweißling-Raupen ein feines Schutznetz auf und halte mit einer Mulchschicht den Boden kühl und feucht; ein Standort, an dem im Vorjahr kein Kohl stand, beugt der Kohlhernie vor.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, nährstoffreich, feucht
Weißkohl braucht einen tiefgründigen, schweren, humusreichen Boden mit gutem Wasserhaltevermögen — lehmige Böden sind ideal, weil sie die schweren Köpfe tragen und gleichmäßig Feuchtigkeit liefern. Lockere das Beet vor dem Pflanzen tief und arbeite reichlich reifen Kompost ein; halte den pH bei 6,5–7,5 und kalke bei zu saurem Boden, denn niedrige pH-Werte begünstigen Kohlhernie.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Starkzehrer
Arbeite im zeitigen Frühjahr vor dem Pflanzen reifen Kompost und Hornspäne flach ins Beet ein — das deckt den Grundbedarf. Etwa 4–6 Wochen nach dem Auspflanzen und erneut zu Beginn der Kopfbildung kannst du organisch nachdüngen, etwa mit selbst angesetzter Pflanzenjauche. Übertreibe es nicht mit Stickstoff: zu viel macht die Köpfe weich und anfälliger.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
2 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Vorbeugen
Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.
Großer Kohlweißling
Pieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.
Vorbeugen
Lege ab dem Auspflanzen ein feinmaschiges Kulturschutznetz über die Kohlbeete, damit die Falter gar nicht erst zur Eiablage kommen. Kontrolliere die Blattunterseiten wöchentlich und zerdrücke gelbe Eigelege sowie junge Raupennester von Hand. Bei stärkerem Befall hilft das bio-zugelassene Bacillus thuringiensis gezielt gegen die jungen Raupen, und blühende Randstreifen fördern Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler.
Sorten
5 Sorten‚Braunschweiger’
Ein robuster, samenfester Lagerklassiker mit großen, flachrunden Köpfen, der seit dem 19. Jahrhundert in Norddeutschland angebaut wird. Die festen Köpfe halten sich kühl und luftig eingelagert über Monate und liefern dir Kohl bis weit in den Winter. Eine kräftig wachsende Sorte, die nährstoffreichen Boden und ausreichend Abstand mag.
Herzhaft-kohlig und vollmundig, mit festen Blättern, die beim Schmoren und Kochen Stand halten. Klassisch für deftige Kohlgerichte und sauer eingelegt.
‚Dithmarscher Früher’
Eine frühe, samenfeste Sorte aus dem norddeutschen Kohlland Dithmarschen, die schon im Frühsommer die ersten festen Köpfe liefert. Die runden Köpfe bleiben mit rund einem Kilo überschaubar und sind nichts zum Einlagern, sondern für die frische Küche gedacht. Pflanze sie zeitig, dann erntest du schon ab Ende Juni.
Zart und mild, mit dünnen Blättern und wenig Strunk. Roh als feiner Krautsalat ebenso gut wie kurz gedünstet als Gemüsebeilage.
‚Filderkraut’
Das berühmte spitze Kraut von den Fildern bei Stuttgart, eine samenfeste Landsorte, die du bis in den November hinein erntest. Die großen, spitzkegeligen Köpfe werden locker und saftig und sind die klassische Grundlage für Filderkraut-Sauerkraut. Plane viel Platz und eine lange Standzeit ein, denn die Pflanze wird kräftig und braucht ihre Zeit.
Mild und mit feiner Süße, das Innere zart und saftig. Roh fein gehobelt im Krautsalat oder traditionell zu Sauerkraut vergoren.
‚Kilaton F1’
Ein moderner F1-Hybrid, der vor allem wegen seiner hohen Resistenz gegen Kohlhernie geschätzt wird, jene Wurzelkrankheit, die viele Kohlbeete im Garten unbrauchbar macht. Wenn du an befallenen Stellen wieder Kohl ziehen willst, ist diese Sorte oft die Rettung. Die festen, runden Köpfe sind gut lagerfähig und vielseitig in der Küche. Als Hybride wird sie jedes Jahr neu gekauft, nicht selbst nachgebaut.
Mild und saftig mit feiner Blattstruktur, gleichermaßen gut für Salat, zum Kochen und zum Einlegen geeignet.
‚Türkis F1’
Ein zuverlässiger F1-Hybrid, der als bewährte Sauerkraut- und Verarbeitungssorte gilt. Die mittelgroßen, runden Köpfe sind innen sehr fein gefüllt und kurzstrunkig, was beim Hobeln wenig Abfall bedeutet. Die Sorte zeigt im Garten eine gute Toleranz gegen Thrips und ein zähes Platzfestigkeit, sodass die Köpfe auch bei Standzeit kaum aufreißen.
Mild und knackig mit dünnen, dicht gepackten Blättern. Ideal fein gehobelt für selbst angesetztes Sauerkraut oder frisch im Krautsalat.
Erfahrungen aus echten Gärten
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