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Weißkohl ‚Braunschweiger’

Sortenpass

Weißkohl ‚Braunschweiger’

Brassica oleracea var. capitata f. alba · Brassicaceae

Reifezeit
mittelspät
Wuchsstärke
stark

Über diese Sorte

Ein robuster, samenfester Lagerklassiker mit großen, flachrunden Köpfen, der seit dem 19. Jahrhundert in Norddeutschland angebaut wird. Die festen Köpfe halten sich kühl und luftig eingelagert über Monate und liefern dir Kohl bis weit in den Winter. Eine kräftig wachsende Sorte, die nährstoffreichen Boden und ausreichend Abstand mag.

Herzhaft-kohlig und vollmundig, mit festen Blättern, die beim Schmoren und Kochen Stand halten. Klassisch für deftige Kohlgerichte und sauer eingelegt.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6.5–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, nährstoffreich, feucht

LichtVolle Sonne
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeKohlgewächse
WasserbedarfHoch

Weißkohl braucht einen tiefgründigen, schweren, humusreichen Boden mit gutem Wasserhaltevermögen — lehmige Böden sind ideal, weil sie die schweren Köpfe tragen und gleichmäßig Feuchtigkeit liefern. Lockere das Beet vor dem Pflanzen tief und arbeite reichlich reifen Kompost ein; halte den pH bei 6,5–7,5 und kalke bei zu saurem Boden, denn niedrige pH-Werte begünstigen Kohlhernie.

Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.

Düngung

Starkzehrer

Arbeite im zeitigen Frühjahr vor dem Pflanzen reifen Kompost und Hornspäne flach ins Beet ein — das deckt den Grundbedarf. Etwa 4–6 Wochen nach dem Auspflanzen und erneut zu Beginn der Kopfbildung kannst du organisch nachdüngen, etwa mit selbst angesetzter Pflanzenjauche. Übertreibe es nicht mit Stickstoff: zu viel macht die Köpfe weich und anfälliger.

Mischkultur

Krankheiten & Schädlinge

2 relevant

Aus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.

SchädlinghochApr–Sep

Kleine Kohlfliege

Delia radicum

Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.

Vorbeugen

Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.

SchädlinghochMai–Sep

Großer Kohlweißling

Pieris brassicae

Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.

Vorbeugen

Lege ab dem Auspflanzen ein feinmaschiges Kulturschutznetz über die Kohlbeete, damit die Falter gar nicht erst zur Eiablage kommen. Kontrolliere die Blattunterseiten wöchentlich und zerdrücke gelbe Eigelege sowie junge Raupennester von Hand. Bei stärkerem Befall hilft das bio-zugelassene Bacillus thuringiensis gezielt gegen die jungen Raupen, und blühende Randstreifen fördern Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler.