Zum Inhalt springen
Apfel ‚Rubinette’

Sortenpass

Apfel ‚Rubinette’

Malus domestica · Rosaceae

Reifezeit
mittelspät
Wuchsstärke
schwach

Über diese Sorte

Eine Schweizer Sorte aus *'Golden Delicious'* und einem *'Cox Orange'*-Sämling, die das hohe Aroma der Cox in einen etwas robusteren, ertragreicheren Apfel überträgt. Die Früchte bleiben eher klein, sind aber geschmacklich eine der intensivsten Tafelsorten. Der schwache Wuchs macht sie ideal für kleine Gärten, verlangt aber gute Böden und sorgsame Pflege.

Fest und saftig mit einem dichten, vielschichtigen Aroma und einer feinen Süß-Säure-Balance. Ein Apfel für Genießer, der seinen kleinen Wuchs mit großem Geschmack ausgleicht.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 5.5–78.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, feucht

LichtVolle Sonne
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Pflanze deinen Apfel in einen tiefgründigen, lehmig-humosen Boden mit guter Wasserdurchlässigkeit und gleichmäßiger Frischfeuchte. Staunässe vermeidest du unbedingt — sehr sandige Böden machst du mit Kompost saugfähiger, schwere Tonböden lockerst du auf; der pH liegt am besten leicht sauer bis neutral.

Düngung

Mittelzehrer

Im Frühjahr arbeitest du reifen Kompost flach in die Baumscheibe ein und ergänzt ihn mit Hornspänen für den Stickstoffbedarf zur Trieb- und Blütenbildung. Bei schwachem Austrieb kannst du im Frühsommer eine leichte organische Stickstoffgabe nachlegen. Im Herbst mulchst du die Baumscheibe mit Kompost und Laub, das schützt die Wurzeln und baut Humus auf. Mit Stickstoff bleibst du eher zurückhaltend — zu viel fördert Triebwuchs auf Kosten der Fruchtqualität und begünstigt Schorf und Mehltau.

Schnitt

MonateFeb–Mär
SaisonSpätwinter
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide deinen Apfelbaum im Spätwinter (Februar bis März, KW 6–13), solange er ohne Laub ist – dann siehst du die Kronenstruktur klar und der Schnitt heilt gut. Halte das Fruchtholz jung: Apfel trägt am besten an zweijährigen Trieben, deshalb lichtest du Vergreistes regelmäßig zugunsten jüngerer Triebe aus.

Mischkultur

Krankheiten & Schädlinge

8 relevant

Aus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.

KrankheitmittelApr–Jul

Apfelschorf

Venturia inaequalis

Apfelschorf ist die häufigste Apfelkrankheit in feuchten Lagen. Auf Blättern und Früchten bilden sich olivgrüne bis schwarze, raue Flecken; die Früchte verkorken und reißen auf. Geschmacklich bleiben sie meist essbar, sehen aber unschön aus und lagern schlechter.

Vorbeugen

Pflanze schorfresistente Sorten wie ‚Topaz’, ‚Florina’ oder ‚Rewena’ — das ist der wirksamste Schutz. Schneide die Krone licht und luftig, damit das Laub schnell abtrocknet, und entferne im Herbst das Falllaub, in dem der Pilz überwintert.

SchädlinghochMai–Sep

Apfelwickler

Cydia pomonella

Der Apfelwickler ist die Ursache der klassischen wurmstichigen Äpfel: Der nachtaktive Falter legt ab Mai Eier an junge Früchte, die geschlüpfte Raupe bohrt sich zum Kerngehäuse durch und hinterlässt einen kotgefüllten Gang. Befallene Früchte reifen vorzeitig und fallen ab. Eine zweite Generation kann bei warmem Sommer im August nachlegen.

Vorbeugen

Hänge ab Anfang Mai Pheromonfallen zur Flugüberwachung auf und lege Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm, in die die Raupen zum Verpuppen kriechen — im Herbst abnehmen und entsorgen. Sammle Fallobst sofort auf, fördere Meisen mit Nistkästen und setze bei starkem Befall den Granulosevirus-Präparat (Cydia-pomonella-Granulovirus) nach Pheromon-Warnung ein.

SchädlingmittelApr–Aug

Blattläuse

Aphidoidea

Blattläuse sind die häufigsten Saugschädlinge im Garten. Sie sitzen in dichten Kolonien an weichen Triebspitzen, saugen Pflanzensaft und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich schwarzer Rußtau ansiedelt. Stark befallene Triebe verkrüppeln, außerdem übertragen Läuse Viren.

Vorbeugen

Fördere Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen mit blühenden Randstreifen — sie halten Läuse meist in Schach. Spritze kleine Herde einfach mit Wasser ab oder zerdrücke sie. Verzichte auf Überdüngung mit Stickstoff, denn weiches Wuchsgewebe lockt Läuse besonders an.

KrankheitmittelJun–Sep

Echter Mehltau

Erysiphales

Der Echte Mehltau überzieht die Blattoberseiten mit einem mehlig-weißen Belag, der sich leicht abwischen lässt — anders als der Falsche Mehltau, der von unten kommt. Er liebt trockenwarme Tage mit kühlen Nächten und schwächt vor allem Kürbisgewächse, sodass die Blätter vergilben und absterben.

Vorbeugen

Wähle mehltautolerante Sorten und gieße gleichmäßig, damit die Pflanzen nicht in Trockenstress geraten. Halte luftige Abstände und entferne erste befallene Blätter. Eine Spritzung mit verdünnter Magermilch oder Backpulver-Lösung kann den Befall bremsen.

KrankheithochApr–Aug

Feuerbrand

Erwinia amylovora

Feuerbrand ist eine hochansteckende Bakterienkrankheit an Kernobst und verwandten Rosengewächsen — und in vielen Bundesländern meldepflichtig. Befallene Triebspitzen welken, verfärben sich braun-schwarz und biegen sich hakenförmig zum Hirtenstab; bei feuchter Wärme treten milchige Schleimtröpfchen aus, die das Bakterium weiterverbreiten. Unbehandelt kann ein Baum innerhalb einer Saison absterben.

Vorbeugen

Schneide befallene Triebe großzügig bis weit ins gesunde Holz zurück (mindestens 30–50 cm) und desinfiziere die Schere nach jedem Schnitt. Entsorge das Schnittgut über den Hausmüll oder verbrenne es — niemals kompostieren. Verzichte auf starke Stickstoffgaben, die weichen Neutrieb fördern, und melde Verdachtsfälle dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslands.

SchädlingmittelApr–Jun

Frostspanner (Kleiner Frostspanner)

Operophtera brumata

Der Kleine Frostspanner fällt im Frühjahr durch seine grünen, beim Kriechen „Katzenbuckel“-spannenden Raupen auf, die ab dem Austrieb Knospen, Blüten und junge Blätter durchlöchern und verspinnen. Die Weibchen sind flügellos und wandern im milden Spätherbst zu Fuß die Stämme hinauf, um an den Knospen ihre Eier abzulegen. Bei Massenvermehrung bleibt von jungen Trieben nur das Blattgerippe.

Vorbeugen

Lege ab Ende September Leimringe um Stamm und Pfahl, um die hochwandernden Weibchen vor der Eiablage abzufangen, und erneuere den Leim bei Verschmutzung über den ganzen Herbst. Fördere Meisen mit Nistkästen — eine Brut vertilgt Tausende Raupen — und schüttle bei beginnendem Fraß die Raupen morgens auf eine ausgebreitete Plane; bei starkem Befall hilft eine Bacillus-thuringiensis-Spritzung gegen die jungen Raupen.

MangelgeringJun–Sep

Magnesiummangel

Magnesium-Mangel

Bei Magnesiummangel hellt sich das Blattgewebe zwischen den Adern auf, während die Adern grün bleiben. Anders als beim Eisenmangel beginnt das an den älteren, unteren Blättern, weil die Pflanze das bewegliche Magnesium aus alten Blättern in den Neuaustrieb umlagert. Tomaten auf leichten Böden und Apfelbäume mit reichem Fruchtbehang zeigen das besonders im Hochsommer.

Vorbeugen

Versorge die Pflanzen mit magnesiumhaltigem Dünger oder arbeite kohlensauren Magnesiumkalk in den Boden ein — das hebt langfristig den Vorrat. Bei akutem Mangel hilft eine Blattdüngung mit Bittersalz (Magnesiumsulfat) als Spritzung. Dünge nicht einseitig kaliumbetont, da zu viel Kalium die Magnesium-Aufnahme blockiert.

KrankheithochJul–Okt

Monilia-Fruchtfäule

Monilia fructigena

Die Monilia-Fruchtfäule lässt reifende Früchte an Baum und Lager braun verfaulen. Auf den faulen Stellen bilden sich kreisförmig angeordnete, polsterartige Sporenlager. Der Pilz dringt fast nur durch Verletzungen ein — Wespenfraß, Hagel oder Schorfrisse sind die typischen Eintrittspforten. Die vertrockneten Fruchtmumien am Baum sind die Infektionsquelle fürs nächste Jahr.

Vorbeugen

Pflücke faulende Früchte sofort ab und sammle alle Fruchtmumien im Winter konsequent vom Baum und Boden — das ist die wirksamste Maßnahme. Halte Schorf und Wespen in Schach, da deren Wunden den Pilz erst eintreten lassen. Lagere nur unverletzte Früchte kühl ein und kontrolliere das Lager regelmäßig.