Sortenpass
Möhre ‚Rodelika’
Daucus carota subsp. sativus · Apiaceae
- Reifezeit
- mittelspät
Über diese Sorte
Eine biologisch-dynamisch gezüchtete Lagermöhre mit außergewöhnlich kräftigem, vollmundigem Aroma — viele halten sie für die geschmackvollste Möhre überhaupt. Die langen, kräftig orangen Wurzeln eignen sich hervorragend für Saft, Suppe und Brei und lassen sich über den Winter gut einlagern. Sie braucht tiefgründigen, lockeren Boden und ein wenig Geduld bis zur Reife. Samenfest und nachbaufähig, ein echter Schatz für die Herbstküche.
Intensiv süß-würzig mit langem Nachklang — gibt Saft und Suppe eine tiefe Möhrennote.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
sandig, lehmig, humos, durchlässig
Möhren brauchen einen tief gelockerten, steinfreien, sandig-lehmigen Boden mit etwas Humus — die Wurzeln wollen freie Bahn, sonst gabeln sie oder bleiben kurz. Vermeide Staunässe und Verschlämmung sowie frischen Mist vor der Aussaat; verwende nur gut verrottetes Material.
Doldenblütler (Möhre, Sellerie, Pastinake) mittelzehrend — 4 Jahre Pause hält Möhrenfliege und Bodenpilze klein.
Düngung
Mittelzehrer
Arbeite im Frühjahr vor der Aussaat (März/April) gut verrotteten Kompost flach in den Boden ein. Auf leichten, humusarmen Böden kannst du zusätzlich Hornspäne als langsame Stickstoffquelle untermischen. Verzichte auf Jauche, Gülle und Frischmist — zu viel rasch verfügbarer Stickstoff treibt das Laub auf Kosten der Wurzel und fördert das Gabeln. Eine Nachdüngung während der Kultur ist nicht nötig.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Krankheiten & Schädlinge
3 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Drahtwurm
Agriotes spp.
Drahtwürmer sind die gelb-braunen, harten Larven der Schnellkäfer und leben mehrere Jahre im Boden. Sie bohren schmale Gänge in Kartoffelknollen und Möhren, wodurch die Ernte unverkäuflich wird und über die Wunden oft Fäulnis nachzieht. Besonders stark tritt der Befall auf Flächen auf, die vorher Wiese oder stark vergrast waren.
Vorbeugen
Halte die Fläche durch regelmäßiges Hacken unkrautfrei — den Larven fehlt dann die Grasdeckung, und häufige Bodenbewegung legt sie Vögeln und Laufkäfern frei. Vermeide es, Knollengemüse direkt nach dem Umbruch von Grünland anzubauen; schiebe ein bis zwei Jahre mit Getreide oder Senf dazwischen. Frühe Sorten und früh geräumte Beete entgehen dem späten Sommerfraß weitgehend.
Möhrenfliege
Psila rosae
Die Möhrenfliege legt ihre Eier an den Wurzelhals von Doldenblütlern, und die Maden fressen rostbraune Gänge dicht unter der Schale der Rübe. Befallene Möhren und Pastinaken werden bitter, holzig und faulen im Lager schnell. Ein erstes Zeichen ist rötlich verfärbtes Laub. Die Fliege fliegt in zwei bis drei Generationen von Mai bis in den Herbst.
Vorbeugen
Spanne ein engmaschiges Kulturschutznetz (Maschenweite ≤ 0,8 mm) direkt nach der Aussaat über das Beet — die Fliege findet die Pflanzen über den Duft und muss draußen bleiben. Verziehe die Reihen nur abends bei Windstille und drücke die Erde danach gut an, damit kein Duft entweicht. Eine Mischkultur mit Zwiebeln oder Lauch maskiert den Möhrengeruch, und ein Fruchtwechsel mit mehrjähriger Pause hält die Population niedrig.
Weißstängeligkeit (Sclerotinia-Fäule)
Sclerotinia sclerotiorum
Die Weißstängeligkeit, auch Sclerotinia-Fäule, ist eine breit wirtende Pilzkrankheit, die Salat, Bohnen und viele weitere Kulturen befällt. An der Stängelbasis entsteht eine wässrige, weiche Fäule mit watteartigem weißem Pilzbelag; darin bilden sich schwarze, harte Dauerkörper (Sklerotien), die jahrelang im Boden überleben. Befallene Pflanzen welken plötzlich und fallen um.
Vorbeugen
Pflanze weit und luftig, damit die Bestände nach Regen rasch abtrocknen, und gieße morgens an die Wurzel statt über das Laub. Entferne kranke Pflanzen samt anhaftender Erde sofort und entsorge sie über den Hausmüll — die Sklerotien überdauern im Kompost. Halte eine mehrjährige Anbaupause und meide enge Fruchtfolgen mit anderen anfälligen Kulturen wie Bohne, Möhre oder Sellerie.
