Sortenpass
Paprika ‚Roter Augsburger’
Capsicum annuum · Solanaceae
- Reifezeit
- früh
- Wuchsstärke
- mittel
Über diese Sorte
Eine alte deutsche Spitzpaprika, die mit ihrer Frühreife und Standfestigkeit gerade in raueren Lagen überzeugt. Die schlanken, spitz zulaufenden Früchte reifen früh und zuverlässig von Grün nach leuchtendem Rot, auch wenn der Sommer kühler ausfällt. Eine gute Wahl fürs Freiland und für kürzere Gartensaisons, in denen Blockpaprika oft nicht mehr ausreift. Samenfest und damit nachbaubar.
Dünnwandig und aromatisch, fruchtig-süß mit feiner, milder Würze ohne Schärfe.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, lehmig, nährstoffreich
Paprika braucht einen tiefgründigen, humusreichen und gut durchlässigen Boden, am besten leicht sandig-lehmig, damit kein Wasser stehen bleibt. Staunässe verträgt die Pflanze besonders schlecht, lockere bei schweren Böden vor dem Pflanzen mit Kompost und Sand tief auf. Ein warmer, windgeschützter Südstandort oder eine Südwand gibt der wärmeliebenden Pflanze das passende Mikroklima.
Nachtschattengewächse (Tomate, Kartoffel, Paprika) starkzehrend und krankheitsanfällig — mindestens 4 Jahre Pause am selben Beet beugt Bodenmüdigkeit und Braunfäule vor.
Düngung
Starkzehrer
Bereite das Beet schon im Herbst oder zeitigen Frühjahr mit reifem Kompost und etwas Hornspänen vor und arbeite beides flach ein, das ist die Grundversorgung. Nach dem Auspflanzen Mitte Mai gibst du zunächst nichts dazu. Sobald die ersten Blütenknospen erscheinen (Juni/Juli), kannst du regelmäßig mit verdünnter Pflanzenjauche oder Komposttee nachversorgen, um Blüte und Fruchtansatz zu stützen. Ab Spätsommer fährst du die Düngung zurück, damit die Früchte in Ruhe ausreifen.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
4 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Blattläuse
Aphidoidea
Blattläuse sind die häufigsten Saugschädlinge im Garten. Sie sitzen in dichten Kolonien an weichen Triebspitzen, saugen Pflanzensaft und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich schwarzer Rußtau ansiedelt. Stark befallene Triebe verkrüppeln, außerdem übertragen Läuse Viren.
Vorbeugen
Fördere Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen mit blühenden Randstreifen — sie halten Läuse meist in Schach. Spritze kleine Herde einfach mit Wasser ab oder zerdrücke sie. Verzichte auf Überdüngung mit Stickstoff, denn weiches Wuchsgewebe lockt Läuse besonders an.
Blütenendfäule
Calcium-Mangel
Die Blütenendfäule ist keine Krankheit durch einen Erreger, sondern eine Mangelerscheinung: Den wachsenden Früchten fehlt Calcium an der Fruchtspitze. Dort entsteht ein wässriger Fleck, der einsinkt und lederartig braun-schwarz wird. Häufig liegt nicht zu wenig Kalk im Boden vor, sondern die Pflanze kann das Calcium bei Trockenstress oder Überdüngung nicht zur Frucht transportieren.
Vorbeugen
Wässere gleichmäßig und vermeide Wechsel zwischen Staunässe und Austrocknung — eine Mulchschicht hält die Bodenfeuchte stabil. Dünge maßvoll und nicht zu stickstoff- oder kalibetont, da das die Calcium-Aufnahme blockiert. Entferne befallene Früchte; nachfolgende Früchte bei stabilerer Versorgung bleiben meist gesund.
Gemeine Spinnmilbe
Tetranychus urticae
Die Gemeine Spinnmilbe tritt vor allem bei trockener Hitze im Gewächshaus auf und saugt an der Blattunterseite, wodurch die Blätter zuerst hell gesprenkelt, dann fahl-bronzefarben werden und vertrocknen. Bei starkem Befall überziehen feine Gespinste die Triebspitzen. Die nur 0,5 mm kleinen Tiere vermehren sich bei Hitze rasend schnell, sodass aus wenigen Milben in zwei Wochen eine Plage werden kann.
Vorbeugen
Halte die Luftfeuchte hoch — regelmäßiges Übersprühen und gutes Gießen stört die hitzeliebenden Milben spürbar — und lüfte das Gewächshaus gegen Hitzestau. Kontrolliere gefährdete Pflanzen früh mit der Lupe und setze bei Befall Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) als biologische Gegenspieler ein; befallene einzelne Blätter ausbrechen und entsorgen bremst die Ausbreitung.
Weiße Fliege
Trialeurodes vaporariorum
Die Weiße Fliege ist ein wärmeliebender Sauger, der vor allem im Gewächshaus und an Kübelpflanzen auftritt: An der Blattunterseite sitzen Larven und Puppen, beim Anstoßen stieben die weißen Adulten in einer Wolke auf. Ihr klebriger Honigtau überzieht Blätter und Früchte und wird von schwarzem Rußtaupilz besiedelt; stark befallene Pflanzen vergilben und kümmern. Sie kann zudem Viren übertragen.
Vorbeugen
Kontrolliere zugekaufte Jungpflanzen vor dem Einsetzen und hänge gelbe Leimtafeln über den Bestand, um Flugbeginn und Stärke zu überwachen und die Adulten abzufangen. Lüfte gut gegen Hitzestau und setze bei Befall die Schlupfwespe Encarsia formosa als biologischen Gegenspieler ein; ein kräftiger Wasserstrahl an die Blattunterseite spült Larven und Eier zusätzlich ab.
