Capsicum annuum
Paprika
Volksnamen: Gemüsepaprika, Spanischer Pfeffer
Foto: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public Domain · Quelle
Beschreibung
Die Paprika liebt Wärme und Sonne und belohnt dich mit knackigen, süßen Früchten in Grün, Gelb und Rot. Im Topf auf dem Balkon oder im Gewächshaus reift sie am zuverlässigsten aus. Blockpaprika wie *'California Wonder'* sind robust und ertragreich.
Pflegehinweise
Ziehe sie ab Ende Februar (KW 9) warm auf der Fensterbank vor und pflanze sie erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai · KW 20) aus. Gieße gleichmäßig mit lauwarmem Wasser und dünge die Mittelzehrer regelmäßig. Stütze die Pflanzen, denn voll behangen knicken die Triebe sonst leicht ab.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, lehmig, nährstoffreich
Paprika braucht einen tiefgründigen, humusreichen und gut durchlässigen Boden, am besten leicht sandig-lehmig, damit kein Wasser stehen bleibt. Staunässe verträgt die Pflanze besonders schlecht, lockere bei schweren Böden vor dem Pflanzen mit Kompost und Sand tief auf. Ein warmer, windgeschützter Südstandort oder eine Südwand gibt der wärmeliebenden Pflanze das passende Mikroklima.
Nachtschattengewächse (Tomate, Kartoffel, Paprika) starkzehrend und krankheitsanfällig — mindestens 4 Jahre Pause am selben Beet beugt Bodenmüdigkeit und Braunfäule vor.
Düngung
Starkzehrer
Bereite das Beet schon im Herbst oder zeitigen Frühjahr mit reifem Kompost und etwas Hornspänen vor und arbeite beides flach ein, das ist die Grundversorgung. Nach dem Auspflanzen Mitte Mai gibst du zunächst nichts dazu. Sobald die ersten Blütenknospen erscheinen (Juni/Juli), kannst du regelmäßig mit verdünnter Pflanzenjauche oder Komposttee nachversorgen, um Blüte und Fruchtansatz zu stützen. Ab Spätsommer fährst du die Düngung zurück, damit die Früchte in Ruhe ausreifen.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
4 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Blattläuse
Aphidoidea
Blattläuse sind die häufigsten Saugschädlinge im Garten. Sie sitzen in dichten Kolonien an weichen Triebspitzen, saugen Pflanzensaft und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich schwarzer Rußtau ansiedelt. Stark befallene Triebe verkrüppeln, außerdem übertragen Läuse Viren.
Vorbeugen
Fördere Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen mit blühenden Randstreifen — sie halten Läuse meist in Schach. Spritze kleine Herde einfach mit Wasser ab oder zerdrücke sie. Verzichte auf Überdüngung mit Stickstoff, denn weiches Wuchsgewebe lockt Läuse besonders an.
Blütenendfäule
Calcium-Mangel
Die Blütenendfäule ist keine Krankheit durch einen Erreger, sondern eine Mangelerscheinung: Den wachsenden Früchten fehlt Calcium an der Fruchtspitze. Dort entsteht ein wässriger Fleck, der einsinkt und lederartig braun-schwarz wird. Häufig liegt nicht zu wenig Kalk im Boden vor, sondern die Pflanze kann das Calcium bei Trockenstress oder Überdüngung nicht zur Frucht transportieren.
Vorbeugen
Wässere gleichmäßig und vermeide Wechsel zwischen Staunässe und Austrocknung — eine Mulchschicht hält die Bodenfeuchte stabil. Dünge maßvoll und nicht zu stickstoff- oder kalibetont, da das die Calcium-Aufnahme blockiert. Entferne befallene Früchte; nachfolgende Früchte bei stabilerer Versorgung bleiben meist gesund.
Gemeine Spinnmilbe
Tetranychus urticae
Die Gemeine Spinnmilbe tritt vor allem bei trockener Hitze im Gewächshaus auf und saugt an der Blattunterseite, wodurch die Blätter zuerst hell gesprenkelt, dann fahl-bronzefarben werden und vertrocknen. Bei starkem Befall überziehen feine Gespinste die Triebspitzen. Die nur 0,5 mm kleinen Tiere vermehren sich bei Hitze rasend schnell, sodass aus wenigen Milben in zwei Wochen eine Plage werden kann.
Vorbeugen
Halte die Luftfeuchte hoch — regelmäßiges Übersprühen und gutes Gießen stört die hitzeliebenden Milben spürbar — und lüfte das Gewächshaus gegen Hitzestau. Kontrolliere gefährdete Pflanzen früh mit der Lupe und setze bei Befall Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) als biologische Gegenspieler ein; befallene einzelne Blätter ausbrechen und entsorgen bremst die Ausbreitung.
Weiße Fliege
Trialeurodes vaporariorum
Die Weiße Fliege ist ein wärmeliebender Sauger, der vor allem im Gewächshaus und an Kübelpflanzen auftritt: An der Blattunterseite sitzen Larven und Puppen, beim Anstoßen stieben die weißen Adulten in einer Wolke auf. Ihr klebriger Honigtau überzieht Blätter und Früchte und wird von schwarzem Rußtaupilz besiedelt; stark befallene Pflanzen vergilben und kümmern. Sie kann zudem Viren übertragen.
Vorbeugen
Kontrolliere zugekaufte Jungpflanzen vor dem Einsetzen und hänge gelbe Leimtafeln über den Bestand, um Flugbeginn und Stärke zu überwachen und die Adulten abzufangen. Lüfte gut gegen Hitzestau und setze bei Befall die Schlupfwespe Encarsia formosa als biologischen Gegenspieler ein; ein kräftiger Wasserstrahl an die Blattunterseite spült Larven und Eier zusätzlich ab.
Sorten
8 Sorten‚California Wonder’
Der robuste Klassiker unter den Blockpaprika, seit fast hundert Jahren bewährt. Die großen, vierkammrigen Früchte sind dickwandig und reifen von Grün nach kräftigem Rot, mit mildem, saftigem Geschmack. Im Topf wie im Beet zuverlässig, wenn du ihr warmen, geschützten Stand und gleichmäßige Wassergaben gibst. Eine samenfeste Sorte, von der du eigenes Saatgut gewinnen kannst.
Dickfleischig und mild, grün knackig-frisch, reif rot deutlich süßer.
‚Corno di Toro Rosso’
Die italienische Stierhorn-Paprika, benannt nach ihren langen, gebogenen Früchten, die an ein Horn erinnern. Bis zu 25 cm lang reifen sie von Grün nach tiefem Rot und werden dabei ausgesprochen süß. Besonders zum Grillen und Braten ein Klassiker, weil sich das Fleisch schön karamellisiert. Die kräftigen Pflanzen tragen reich und freuen sich über einen warmen, sonnigen Platz. Samenfest und nachbaubar.
Vollreif sehr süß und fruchtig, gegrillt entfaltet sich ein tiefes, fast honigartiges Aroma.
‚Roter Liebesapfel’
Eine alte Tomatenpaprika mit flachrunden, gerippten Früchten, die tatsächlich an eine kleine Tomate erinnern. Das dicke, saftige Fleisch reift von Grün nach kräftigem Rot und ist besonders süß und aromatisch. Traditionell zum Einlegen und Einkochen geschätzt, aber auch frisch im Salat ein Genuss. Sie braucht etwas Wärme und Zeit zum Ausreifen, dankt es dir aber mit vollem Geschmack. Samenfest und nachbaubar.
Dickfleischig und saftig, vollreif sehr süß mit kräftigem, vollmundigem Paprika-Aroma.
‚Lombardo’
Eine italienische Bratpaprika mit langen, dünnwandigen, leicht gewellten Früchten, die du am liebsten grün und jung erntest. Klassisch in der Pfanne in etwas Öl gebraten und gesalzen — eine der unkompliziertesten Arten, Paprika zu genießen. Die Pflanzen tragen früh und sehr reichlich über einen langen Zeitraum. Lässt du einzelne Früchte hängen, reifen sie rot aus und werden süßer. Samenfest.
Grün gebraten mild-würzig mit feiner Bitternote, rot ausgereift deutlich süßer.
‚Neusiedler Ideal Elite’
Eine frühe, kompakte Spitzpaprika aus dem österreichischen Seewinkel, ideal für Topf und Balkon. Die Pflanzen bleiben niedrig und tragen schon zeitig hellgelbe bis elfenbeinfarbene Früchte, die über Orange nach Rot ausreifen. Dank des gedrungenen Wuchses brauchst du kaum Stützen, und die frühe Reife macht sie auch für kühlere Lagen verlässlich. Samenfest und gut für eigenes Saatgut geeignet.
Schon hell geerntet sehr mild und zart, vollreif rot deutlich süßer und fruchtig.
‚Roter Augsburger’
Eine alte deutsche Spitzpaprika, die mit ihrer Frühreife und Standfestigkeit gerade in raueren Lagen überzeugt. Die schlanken, spitz zulaufenden Früchte reifen früh und zuverlässig von Grün nach leuchtendem Rot, auch wenn der Sommer kühler ausfällt. Eine gute Wahl fürs Freiland und für kürzere Gartensaisons, in denen Blockpaprika oft nicht mehr ausreift. Samenfest und damit nachbaubar.
Dünnwandig und aromatisch, fruchtig-süß mit feiner, milder Würze ohne Schärfe.
‚Snack Yellow’
Eine moderne Mini-Snackpaprika (F1-Hybride), die kleine, handliche Früchte in Hülle und Fülle trägt. Die etwa fingerlangen, gelb ausreifenden Paprika sind sehr süß, fast kernlos und perfekt für die Brotzeit oder direkt vom Strauch. Sie eignet sich gut für Topf und Kübel auf Balkon und Terrasse und trägt über einen langen Zeitraum nach. Als Hybride nicht samenfest — für gleiche Ergebnisse brauchst du jedes Jahr neues Saatgut.
Knackig und ausgesprochen süß, mit feiner Fruchtigkeit und kaum spürbarer Schale.
‚Yolo Wonder’
Eine bewährte Weiterentwicklung der alten Blockpaprika, geschätzt für ihr dichtes, schützendes Laub und die gute Toleranz gegen das Tabakmosaikvirus. Die großen, kantigen Früchte sind dickwandig und reifen von Grün nach Rot. Das reichliche Blattwerk bewahrt die Früchte gut vor Sonnenbrand, was sie auch für offenere Standorte interessant macht. Samenfest und für den Hausgarten unkompliziert.
Vollfleischig und saftig, im grünen Zustand frisch, ausgereift angenehm mild-süß.
Erfahrungen aus echten Gärten
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