Brassica oleracea var. palmifolia
Palmkohl
Volksnamen: Schwarzkohl, Toskanischer Kohl, Cavolo Nero
Foto: Raffi Kojian · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Der Palmkohl, in der Toskana *'Cavolo Nero'* genannt, bildet keinen Kopf, sondern lange Stängel mit dunkelgrünen, blasig genoppten Blättern, die an eine kleine Palme erinnern. Er ist extrem winterhart und schmeckt nach den ersten Frösten am besten — mild, leicht nussig und butterzart.
Pflegehinweise
Pflanze ihn ab Mai in humosen Boden und ernte die Blätter laufend von unten nach oben, dann wächst die Pflanze über Wochen weiter. Lass ihn ruhig bis in den Winter stehen — Frost macht die Blätter süßer und zarter. Gieße in trockenen Sommern regelmäßig, damit die jungen Blätter nicht zäh werden.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Palmkohl braucht tiefgründigen, nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden mit guter Drainage; lehmig-humose Böden sind ideal, sandige wertest du vorab mit reifem Kompost auf. Als kalkliebender Kohl mag er einen leicht erhöhten pH Richtung 7,0–7,5 — das beugt zugleich der Kohlhernie vor; Staunässe vermeidest du unbedingt.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Starkzehrer
Im Frühjahr vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost und Hornspäne flach in den Boden ein. Nach dem Anwachsen düngst du über die Saison organisch nach, etwa mit verdünnter Brennnesseljauche oder Komposttee, und wiederholst das in mehrwöchigem Abstand bis in den Spätsommer. Ab dem Frühherbst stellst du stickstoffbetonte Gaben ein, damit das Gewebe abhärtet und Frost besser verträgt.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
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Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Vorbeugen
Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.
Großer Kohlweißling
Pieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.
Vorbeugen
Lege ab dem Auspflanzen ein feinmaschiges Kulturschutznetz über die Kohlbeete, damit die Falter gar nicht erst zur Eiablage kommen. Kontrolliere die Blattunterseiten wöchentlich und zerdrücke gelbe Eigelege sowie junge Raupennester von Hand. Bei stärkerem Befall hilft das bio-zugelassene Bacillus thuringiensis gezielt gegen die jungen Raupen, und blühende Randstreifen fördern Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler.
Erfahrungen aus echten Gärten
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