Sortenpass
Rettich ‚Runder Schwarzer Winter’
Raphanus sativus var. longipinnatus · Brassicaceae
- Reifezeit
- spät
- Wuchsstärke
- stark
Über diese Sorte
Ein alter Winterrettich mit rabenschwarzer, rauer Schale und schneeweißem, kräftig-scharfem Fleisch. Du säst ihn ab Juli für die Herbsternte, denn er braucht Zeit, um die runden, faustgroßen Knollen auszubilden. Im kühlen, feuchten Sandlager oder Erdkeller hält er den Winter über und versorgt dich bis ins Frühjahr mit frischem Rettich. Eine robuste, samenfeste Sorte für den klassischen Vorratsgarten.
Deutlich schärfer und erdiger als die Sommerrettiche — gehobelt und gesalzen wird er milder und passt zu deftigem Brot.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, lehmig, nährstoffreich
Gib dem Rettich einen tiefgründigen, lockeren und steinfreien Boden mit gutem Humusanteil und gleichmäßiger Feuchte — am besten sandig-lehmig. Verdichtete, schwere oder steinige Stellen führen zu deformierten Rüben, lockere sie tief auf. Asiatische Sorten (Daikon) brauchen besonders tief gelockerten Boden für ihre lange Wurzel.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Mittelzehrer
Arbeite vor der Aussaat — im Frühjahr (März/April) oder vor der Sommersaat für Herbst- und Winterrettich (Juni/Juli) — reifen Kompost flach in den Boden ein. Auf mageren Böden kannst du zusätzlich Hornspäne als langsam wirkende organische Stickstoffquelle untermischen. Eine Nachdüngung ist meist nicht nötig: Zu viel Stickstoff treibt das Blatt auf Kosten der Rübe und fördert Nitrateinlagerung. Frischen Mist meiden.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
2 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Erdfloh
Phyllotreta
Erdflöhe sind winzige, schwarz oder metallisch glänzende Käfer, die bei Berührung flohartig wegspringen. Sie schlagen bei trocken-warmem Wetter unzählige kleine runde Löcher in junge Blätter von Radieschen, Rucola und Rettich, sodass die Blätter wie durchsiebt aussehen. Keimlinge können bei Massenbefall ganz absterben, während ältere Pflanzen den Fraß meist wegstecken.
Vorbeugen
Halte den Boden rund um die Jungpflanzen mit regelmäßigem Gießen und einer dünnen Mulchschicht feucht — Erdflöhe meiden Feuchtigkeit und kühlen Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat hält die springenden Käfer komplett fern. Lockeres, häufiges Hacken stört die Eiablage, und eine etwas spätere oder vorgezogene Aussaat umgeht die trockenheißen Hauptflugphasen.
Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Vorbeugen
Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.
