Sortenpass
Blumenkohl ‚Vroon’
Brassica oleracea var. botrytis · Brassicaceae
Geschützte Sorte (Sortenschutz)
- Reifezeit
- früh
- Wuchsstärke
- mittel
Über diese Sorte
Eine frühe F1-Hybride für die erste Sommerernte, die du ab Februar im Haus vorziehst und ab April unter Vlies ins Beet setzt. Sie reift zügig und gleichmäßig durch, sodass du mehrere Pflanzen fast gleichzeitig schneiden kannst. Die Blätter decken die Blume nur mäßig, deshalb brichst du bei voller Sonne ein paar Blätter über den Kopf, damit er weiß bleibt.
Mild und saftig mit zarter Struktur, typisch für früh geerntete Köpfe. Schmeckt kurz gedünstet oder roh als Rohkost.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, nährstoffreich, feucht, kalkliebend
Blumenkohl will einen tiefgründigen, lockeren Boden — er wurzelt bis etwa 50 cm tief. Mittelschwere, lehmig-humose Böden sind ideal, weil sie Wasser und Nährstoffe gut halten; Staunässe vermeidest du unbedingt. Liegt dein pH unter 6,5, kalkst du vor der Pflanzung auf, denn ein leicht alkalischer, kalkhaltiger Boden beugt Kohlhernie vor.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Starkzehrer
Arbeite im Herbst vor dem Anbaujahr reifen Kompost oder gut verrotteten Mist flach ein, damit die organische Substanz bis zum Frühjahr umgesetzt ist. Zur Pflanzung gibst du Hornspäne oder Hornmehl flach in den Boden — Hornmehl wirkt schneller und passt für die frühe Wachstumsphase. Etwa vier bis sechs Wochen nach der Pflanzung wässerst du mit vergorener Brennnesseljauche oder Komposttee nach, um die Kopfbildung zu unterstützen. Frischen Mist nie direkt vor der Pflanzung einarbeiten.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
4 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Erdfloh
Phyllotreta
Erdflöhe sind winzige, schwarz oder metallisch glänzende Käfer, die bei Berührung flohartig wegspringen. Sie schlagen bei trocken-warmem Wetter unzählige kleine runde Löcher in junge Blätter von Radieschen, Rucola und Rettich, sodass die Blätter wie durchsiebt aussehen. Keimlinge können bei Massenbefall ganz absterben, während ältere Pflanzen den Fraß meist wegstecken.
Vorbeugen
Halte den Boden rund um die Jungpflanzen mit regelmäßigem Gießen und einer dünnen Mulchschicht feucht — Erdflöhe meiden Feuchtigkeit und kühlen Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat hält die springenden Käfer komplett fern. Lockeres, häufiges Hacken stört die Eiablage, und eine etwas spätere oder vorgezogene Aussaat umgeht die trockenheißen Hauptflugphasen.
Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Vorbeugen
Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.
Großer Kohlweißling
Pieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.
Vorbeugen
Lege ab dem Auspflanzen ein feinmaschiges Kulturschutznetz über die Kohlbeete, damit die Falter gar nicht erst zur Eiablage kommen. Kontrolliere die Blattunterseiten wöchentlich und zerdrücke gelbe Eigelege sowie junge Raupennester von Hand. Bei stärkerem Befall hilft das bio-zugelassene Bacillus thuringiensis gezielt gegen die jungen Raupen, und blühende Randstreifen fördern Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler.
Spanische Wegschnecke
Arion vulgaris
Die Spanische Wegschnecke ist der gefürchtetste Allesfresser im Gemüsebeet. Sie frisst nachts und bei feuchtem Wetter unregelmäßige Löcher in Blätter und räumt junge Salate oder Keimlinge oft komplett ab. Verräterisch sind die silbrig glänzenden Schleimspuren am nächsten Morgen. Besonders weiche, frisch gepflanzte Sätze sind gefährdet.
Vorbeugen
Sammle die Tiere früh morgens oder nach Regen ab und lege Bretter als Tagesverstecke aus, unter denen du sie gezielt einsammelst. Ein 3–5 cm hoher Schneckenzaun um gefährdete Beete hält sie zuverlässig fern, ebenso ein trockener Streifen aus Schafwolle oder Sägemehl. Fördere Igel, Laufkäfer und Kröten mit Totholz und Laubhaufen — und gieße morgens statt abends, damit die Beete nachts abtrocknen.
