Sortenpass
Rotkohl ‚Marner Lagerrot’
Brassica oleracea var. capitata f. rubra · Brassicaceae
- Reifezeit
- spät
- Wuchsstärke
- stark
Über diese Sorte
Der bewährte Klassiker für die Winterküche: eine samenfeste, spät reifende Lagersorte mit festen, runden und tief blauroten Köpfen. Geerntet wird ab Oktober, und die kompakten Köpfe halten sich im kühlen Keller über viele Wochen, ohne aufzuplatzen. Plane einen sonnigen Platz und gleichmäßige Wasserversorgung ein, dann belohnt dich die kräftige Pflanze mit schweren, schnittfesten Köpfen.
Würzig-herzhaft mit einer feinen Süße, die beim Schmoren richtig zur Geltung kommt. Die klassische Grundlage für Apfelrotkohl an Feiertagen.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, feucht, nährstoffreich, kalkliebend
Du brauchst einen tiefgründigen, lehmig-humosen Boden mit guter Wasserspeicherkapazität. Rotkohl mag neutrale bis leicht kalkhaltige Böden — bei saurem Untergrund (pH unter 6,5) hebst du den Wert vor der Pflanzung mit Kalk an, sonst droht Kohlhernie. Frischen Mist direkt vor dem Pflanzen vermeidest du, weil er das Blattwachstum auf Kosten der Kopfbildung fördert.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Starkzehrer
Arbeite schon im Herbst reifen Kompost flach ins Beet ein, damit er bis zum Frühjahr verrottet. Im Frühjahr vor der Pflanzung bringst du erneut reifen Kompost auf und arbeitest Hornspäne ein — sie geben Stickstoff langsam über Wochen ab. Etwa vier bis sechs Wochen nach dem Auspflanzen düngst du organisch nach, etwa mit Hornspänen oder Schafwollpellets rund um die Pflanzen, damit die Kopfbildung gut versorgt ist. Begleitend kannst du selbst angesetzte Brennnesseljauche geben.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
2 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Vorbeugen
Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.
Großer Kohlweißling
Pieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.
Vorbeugen
Lege ab dem Auspflanzen ein feinmaschiges Kulturschutznetz über die Kohlbeete, damit die Falter gar nicht erst zur Eiablage kommen. Kontrolliere die Blattunterseiten wöchentlich und zerdrücke gelbe Eigelege sowie junge Raupennester von Hand. Bei stärkerem Befall hilft das bio-zugelassene Bacillus thuringiensis gezielt gegen die jungen Raupen, und blühende Randstreifen fördern Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler.
